Gab seine wissenschaftliche Karriere auf, um Kollegen zu vernetzen: Researchgate-Gründer Ijad Madisch

So ist das manchmal, wenn Startups eine Branche disrupten und die sich wehrt. Gerade tun das der bekannte Wissenschaftsverlag Elsevier und die US-Fachgesellschaft American Chemical Society. Beide klagen vor dem Landgericht München gegen das Berliner Forschernetzwerk Reseachgate, weil sie nicht damit einverstanden sind, dass dort Nutzer wissenschaftliche Fachartikel hochgeladen haben, obwohl sie dazu nicht berechtigt sind. Das berichten der Deutschlandfunk und das Wirtschaftsmagazin Capital.

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Was den Verlagen besonders sauer aufstößt, ist, dass Researchgate mit den Inhalten indirekt Geld verdient. Umsätze macht das Berliner Startup vor allem mit Werbung und Stellenanzeigen. Es gehe dabei um mehrere Millionen an Veröffentlichungen. Auf Nachfrage von Gründerszene wollte sich Researchgate nicht zu dem laufenden Verfahren äußern.

Elsevier dürfte noch eine weitere Motivation haben: Der britisch-niederländische Verlag betreibt mit Mendeley eine Konkurrenzplattform zu Researchgate, 2013 hatte er das gleichnamige Startup übernommen und dafür 50 Millionen Euro bezahlt.

1,7 Millionen Artikel hat das Startup bereits entfernt

In einem ersten Schritt habe Researchgate bereits auf die Klage reagiert und 1,7 Millionen Artikel aus dem öffentlichen Bereich entfernt. Den beiden Verlagen reicht das dem Capital-Bericht zufolge nicht, sie sind auf eine grundsätzliche Einigung aus. Zwar müssen die Nutzer auf Researchgate beim Hochladen von Dokumenten bestätigen, dass sie auch die notwendigen Rechte besitzen.

Allerdings würden viele Wissenschaftler darauf nicht ausreichend achten, hatte die Open-Access-Beauftragte der Freien Universität Berlin bereits gegenüber dem Deutschlandfunk erklärt. Open Access ist eine Initiative für den freien wissenschaftlichen Austausch, an der auch der gegen Researchgate klagende Wissenschaftsverlag Elsevier teilnimmt.

Bild: Researchgate