Miacosa Klingel Insolvenz

Die Miacosa-Gründer Marc Aufzug (l.) und Arnd Halbach gemeinsam mit einer der ersten Miacosa-Promis, Ursula Karven (Schauspielerin), 2013

Curated-Shopping-Dienst Miacosa ist insolvent

Im Mai berichtete Gründerszene über den vermeintlichen Einstieg von K – New Media beim Kölner Startup Miacosa. Das im April 2013 siebenstellig vom Seedfonds II Aachen und der KfW finanzierte Unternehmen wollte mit dem VC-Arm des Traditionsversandhauses Klingel den nächsten Kapitalgeber für sein Curated-Shopping-Portal gewinnen. Die Finanzierung soll allerdings gescheitert sein, dies berichtet Exciting Commerce.

Wie das Onlinehandels-Magazin schreibt, habe sich Klingel von den Schleichwerbevorwürfen gegenüber Youtube-Kanälen wie Y-Titty verunsichern lassen und den Deal im Nachhinein abgesagt. Weder Klingel selbst noch Miacosa wollten sich gegenüber Gründerszene zu den Gründen für die vermeintlich geplatzte Kapitalrunde äußern. Laut Exciting Commerce habe Miacosa aufgrund des Finanzausfalls bereits Mitte Juli Insolvenz anmelden müssen.

Update vom 23. September 2014: Wie Neuhandeln.de entdeckt hat, ist die Miacosa-Website mittlerweile offline. Besucher der Seite werden mit den folgenden Worten begrüßt: „Bedauerlicherweise konnten wir den Shop nach zweieinhalb Jahren spannender Aufbauarbeit nicht weiterführen. Gerne hätten wir euch weiterhin die besten Beauty- und Lifestyle-Empfehlungen eurer Stars präsentiert.“ Anfang Juli war im Fall Miacosa das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Update vom 15. August 2014: K – New Media widerspricht gegenüber Neuhandeln.de mittlerweile den Vorwürfen, Miacosa durch einen Finanzrückzieher in Schwierigkeiten gebracht zu haben:

„Die Finanzierungsrunde ist ganz regulär durchgeführt worden. Kurz nach der Kapitalerhöhung wurden aber in verschiedenen Medien Vorwürfe lanciert, dass Unternehmen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie Miacosa Schleichwerbung betrieben. Auch wenn Miacosa explizit zunächst nicht in dieser Berichterstattung vorkam, so hat sie sich doch auf Miacosa ausgewirkt. Partner von Miacosa wurden verunsichert, was zu einem im Vergleich zur ursprünglich geplanten Finanzierzung erhöhten Kapitalbedarf geführt hat. Dem nicht genug: Schließlich hat uns einer der Geschäftsführer von Miacosa seinen Rücktritt angezeigt und wenig später wurde durch die miacosa-Geschäftsführer ein Insolvenzantrag gestellt. Insgesamt eine sehr bedauerliche Entwicklung, die wir gerne vermieden hätten, denn wir glauben nach wie vor an den Ansatz.“ So das Beteiligungsunternehmen gegenüber dem Onlinemagazin.

Die erste Version des Artikels erschein am 4. August 2014.

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Miacosa wurde im Juli 2012 von Marc Aufzug und Arnd Halbach gegründet, ursprünglich mit dem Konzept, Prominente und „reichweitenstarke Produktinsider“ Beauty-, Lifestyle- und Wohnartikel präsentieren zu lassen. Statt „normalen“ Promis bediente sich Miacosa seit 2013 vornehmlich YouTube-Stars als Multiplikatoren. Mehrmals pro Woche präsentieren die Insider ihre besonderen Fundstücke und Lieblingsprodukte per Video, genannt „Hauls“, welche dann über das Portal bestellt werden können. Noch ist das Portal online – zur Zukunft von Miacosa wollten sich die Kölner Betreiber bisher nicht äußern.

Schon beim Berliner Startup BerryAvenue (ursprünglich: Wanilla) war das Produkte-Empfehlungs-Konzept nicht aufgegangen: Der Promi-Shopper zog Anfang des Jahres den Stecker.

Bild: Miacosa