Childhood

Wo kommt das Geld her? Nach vom ICO natürlich.

Geld! Es regnet Geld! Jetzt müssen wir uns dann noch mal etwas tiefer mit dem Thema ICO (Initial Coin Offering) beschäftigen. Das ist nicht so ganz trivial. Vereinfacht gesagt kann jedes Unternehmen seine eigene Kryptowährung herausgeben und sich so Geld von Anlegern besorgen. Die Anteile heißen Tokens und damit sollen die Anleger später auf den so finanzierten Plattformen Leistungen erwerben können. Wenn alles klappt. Sogar der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über ICO.

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OmiseGO und Qtum haben beide eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde Dollar bei ihrem ICO überschritten. Bei der Initial Coin Offer von OmiseGO im Juli war ein Token noch 0,27 Dollar wert, jetzt sind es über 11 Dollar. OmiseGO baut kurz gesagt eine Plattform für den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen. Auf Basis der Ethereum-Technologie. Das erste Produkt ist für das vierte Quartal in 2017 angekündigt. Bis dahin kann man mit einer Milliarde Dollar ganz sicher etwas auf die Beine stellen. Qtum vereint die Bitcoin und Ethereum-Technologie und baut dezentrale Applikationen dafür. Die beiden Einhörner sollte man im Auge behalten.

Und immer schön den Bitcoin-Kurs beobachten

Dazu gönnen wir uns noch einen kurzen Blick auf den aktuellen Kurs von Bitcoin und Ether. Sind das jetzt noch Einstiegskurse? Oder platzt schon bald die Blase? Da gehen die Meinungen der Experten ganz weit auseinander. Bitcoins haben die Marke von 4000 Dollar überschritten, Ether ist nach einem heftigen Knick nach unten wieder auf dem Weg zu alten Höchstständen um die 350 Dollar. Unser völlig aus der Luft gegriffener Eindruck: Die Fahrt nach oben geht weiter. Inklusive heftiger Rückschläge.

Eine heftige Woche war es auch für den neuen über-Chef Dara Khosrowshahi. Vor ihm liegt ein Berg von Arbeit. Und er gab ganz offen zu, dass ihm nicht so richtig wohl ist. Seinen alten Mitarbeitern bei Expedia sagte er beim Abschied, dass er Angst vor der neuen Aufgabe hätte. Das hielt aber nicht davon ab, ganz locker den Börsengang von Uber in den kommenden 36 Monaten anzukündigen. Am ersten Arbeitstag. Die seltsame Unternehmenskultur inklusive sexueller Belästigung, Betrugsvorwürfen und Chauvinismus, die durch seinen Vorgänger Travis Kalanick gepflegt wurde, will er natürlich auch ändern. Alles soll besser werden. Glück auf, Dara, nur Mut!

Dumpfe antiamerikanische Töne

Um die Arbeitskultur sorgt sich auch der Verdi-Chef Frank Bsirske. Er hat erkannt, dass sich auch die Gewerkschaften ändern müssen, wenn sie in Zukunft noch eine Rolle spielen wollen. Ihm macht vor allem Sorge, dass Verhältnisse entstehen, wie er sie bei Amazon-Angestellten beobachtet hat. Hier wird nämlich laut Bsirske mit Dauerüberwachung verhindert, dass die Arbeiter zu viele Ruhepausen einlegen. „Amerikanisierung der Arbeitsbeziehungen“ nennt das der Gewerkschaftschef. Schade, dass durch solche dumpfe antiamerikanischen Töne seine gut gemeinten Versuche, Verdi ins digitale Zeitalter zu überführen, getrübt werden.

Wie wäre es, wenn er sich Gedanken macht, wie wir in Deutschland die Lücke bei den Facharbeitern stopfen können? Bis 2040 fehlen uns hier nämlich bis zu 3,3 Millionen Menschen, die sich mit neuer Technologie auskennen. Immer noch werden in unserem Land zu wenig Leute in den Berufen ausgebildet, die in Zukunft eine große Rolle Spielen werden. Dafür gibt es immer noch viele Ausbildungsberufe, die schon bald durch Automation oder Roboter abgelöst werden. Das wäre doch mal ein schönes Betätigungsfeld für Verdi und seinen Chef.

Ohne Langeweile gibt es keine Ideen

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Und dann war da noch die Journalistin und Podcasterin Manoush Zomorodi, die uns mitteilt, dass es unbedingt Langeweile in unserem Leben geben muss. Vor lauter Exel-Tabellen, To-Do-Listen, Mails und Meetings sehen wir nämlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Unser Gehirn braucht unbedingt Langeweile, um kreativ zu sein. Das hatten wir hier bei Gründerszene schon immer geahnt. Das menschliche Gehirn ist wie ein Muskel. Wenn man den unter Dauerlast setzt, verkrampft er irgendwann und es kommt nichts mehr heraus. Wenn wir unsere Gedanken einfach mal wandern lassen, uns in Tagträumen ergehen, dann kommen wir auf neue Gedanken. In Kreativmeetings ist Kreativität ein Ding der Unmöglichkeit.

Deshalb werden wir uns heute Nachmittag einfach mal auf unsere Sofas legen und gar nichts tun. Kein Smartphone, kein Fernseher, kein Computer. Einfach mal Löcher in die Luft starren. Aber vorher hören wir noch etwas Musik. Die englische Band Childhood hat den späten Sommerhit der Saison abgeliefert. California Light ist wie eine Flaschenpost aus den 70er-Jahren. Voller Wärme, Humor und Liebe.