Oliver_Samwer

Ist dieser Mann reif für das Versicherungsgewerbe?

Es ist nicht einfach für ein Traditionshaus wie die Allianz. Wie soll der Versicherungskonzern die ausgetretenen Pfade verlassen? Wie kann man mit dem Tempo der Digitalisierung Schritt halten? Mehr als 100 Jahre ist die Allianz alt. An der Börse hat sie einen Wert von 60 Milliarden Euro. Weltweit arbeiten rund 150.000 Mitarbeiter für das Unternehmen.

Damit es jetzt schneller in die digitale Zukunft geht, hat Vorstandschef Oliver Bäte eine Zusammenarbeit mit der Startup-Schmiede Rocket Internet bekanntgegeben. In einem gemeinsamen Interview in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erklärten Bäte und Rocket-Chef Oliver Samwer, dass sie ihre Zusammenarbeit „institutionalisieren“ wollen. Bäte: „Wir tauschen Menschen und Know-how aus.“ Genaueres erfährt man leider nicht.

Anzeige
Die beiden Chefs kennen sich laut Bäte seit einem Jahr und reden häufig darüber, wie man die Allianz schneller machen könne. Samwer hätte dazu einen ganz eigenen Ansatz. Samwer: „Als Unternehmer sehe ich die Welt immer kritisch und denke: So, wie das jetzt ist, reicht es nicht, liebe Leute, das geht alles noch besser.“

Genau das gefällt dem Versicherungsmann Bäte. Er will in Zukunft noch mehr auf die Zusammenarbeit mit Leuten aus dem Startup-Umfeld setzen: „Wir wollen mehr Startup-Leute reinholen, die uns helfen, modern zu werden.“

Dabei beschäftigt Bäte besonders die Frage der fehlenden Geschwindigkeit in seinem Unternehmen: „Warum dauert bei uns 100 Wochen, was Rocket in 100 Tagen schafft? Dazu müssen wir tradierte Arbeitsabläufe beschleunigen, das ist ungemein schwierig.“ Ob der Rocket-Chef ihm am Ende wirklich helfen kann? Samwer: „Schnelligkeit ist unser Wettbewerbsvorteil.“

Foto: Rocket Internet