Schillernd und umstritten: der Unternehmer Lars Windhorst, hier bei einer Gerichtsverhandlung in Berlin 2009

Schillernd und umstritten: der Unternehmer Lars Windhorst bei einer Gerichtsverhandlung in Berlin 2009

Lars Windhorst ist nicht mehr Geschäftsführer der von ihm gegründeten Investment-Firma Sapinda. Bereits am 18. August habe er den Chefposten der krisengeschüttelten Amsterdamer Holding abgeben müssen, berichtet der Stern in seiner aktuellen Ausgabe. Das Amt des Vorstandschefs habe Karim Sehanoui übernommen. Er kommt von der Investmentgesellschaft ADS Securities aus Abu Dhabi, einem Geldgeber von Sapinda. Windhorst versucht sich dem Bericht zufolge in Schadensbegrenzung. Die Entmachtung sei demnach nur vorübergehend: „Meine Wiederwahl als CEO ist für die nächsten Wochen geplant“, wird der Unternehmer zitiert. Warum er das Amt angeben musste, habe Windhorst allerdings nicht erklären wollen.

Lange galt Lars Windhorst als schillernder Jungstar der deutschen Wirtschaft, bereits als Schüler gründete er sein erstes Unternehmen. Als Teenager reiste er in Wirtschaftsdelegationen mit dem damaligen Kanzler Helmut Kohl um die Welt. Heute hat der heute 40-Jährige Firmeninsolvenzen hinter sich, meldete auch privat Zahlungsunfähigkeit an. Weil er sich nicht unterkriegen ließ und stets umso größer weitermachte, wird er gerne als Stehaufmännchen der deutschen Wirtschaft bezeichnet. 

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Zuletzt hatte es neue Schlagzeilen um Windhorst gegeben: Eine 66-Millionen-Dollar-Klage der Finanzgesellschaft Romanello. Die im Steuerparadies Belize südöstlich von Mexiko ansässige Firma fordert diese Summe vom deutschen Unternehmer zurück. Dessen Firma Sapinda gibt Anleihen aus, um ihr Investmentgeschäft zu finanzieren – gegenüber Romanello sei sie der Verpflichtung zur Rückzahlung allerdings nicht nachgekommen. Auch die Zinsen seien erst verspätet überwiesen worden. Wie Windhorst zuletzt gegenüber der WirtschaftsWoche versicherte, seien die Probleme aber gelöst, der Großteil der offenen Forderungen gegenüber anderen Gläubigern bezahlt. Gegenüber dem Stern betonte Windhorst noch einmal, dass der für den 12. September anberaumte Gerichtstermin wahrscheinlich gar nicht stattfinden werde.

Über Sapinda ist Windhorst auch beim bekannten Berliner Startup Fyber involviert: Das Medienunternehmen RNTS, das sich im Besitz der Windhorst-Gesellschaft befindet, hatte das Werbetech-Unternehmen im Herbst 2014 für einen kleinen dreistelligen Millionenbetrag übernommen. Allerdings soll es bei den letzten Tranchen, die im vergangenen Jahr fällig gewesen wären, zu Zahlungsproblemen gekommen sein, heißt es in Unternehmenskreisen. Ob und wie sich RNTS und die Fyber-Altgesellschafter geeinigt haben, drang nicht an die Öffentlichkeit.

Bild: Sean Gallup / Gettyimages