Nun legt doch mal dieses Ding weg! Müsst ihr denn immer auf den Bildschirm starren? Man kann doch mal etwas anderes machen. Mal raus gehen. Oder ein gutes Buch lesen. Wie wäre es mit etwas Musik? Das habt ihr doch früher auch immer gemacht. Tanzen. Oder vielleicht sogar Sport. Einfach um den Block laufen. Kostet nichts und man fühlt sich hinterher gleich viel besser. Im Urlaub stört dieses Handy doch sowieso nur. Man kommt ja gar nicht richtig den Kopf frei von der Arbeit, wenn immer diese Mails auflaufen und jeder Dienstvorgang aus der Ferne wahrgenommen wird.

Irgendwann klingen wir eben alle wie unsere Eltern, die uns immer vor Comics und dem Fernseher gewarnt haben. Jetzt hat es uns erwischt. Diesen Sound hören wir jeden Tag auf Facebook und anderen Massenemedien. Dabei gibt es so viele wichtige Dinge, die man mit dem beweglichen Internet anstellen kann. Wer weiß, vielleicht lernt Sohnemann mit der Sprachen-App Babbel gerade serbokroatisch. Oder die Tochter bearbeitet in ihrem Bett Fotos, mit denen sie schon morgen zum bestbezahlten Instagram-Star der Welt wird. Wenn es nach den Einschaltquoten bei Gründerszene geht, beschäftigen sich ganz viele Smartphone-User mit Sport. Ausgerechnet.

Immer wenn wir einen Artikel zum Thema Freeletics, ein Online-Trainingsprogramm mit Fitnessplänen, veröffentlichen, bedeutet das einen echten Lasttest für unsere Server. In der vergangenen Woche war die ausführliche Berichterstattung zum Verkauf des Fitnessprogramms Runtastic an Adidas mit Abstand unser größter Quotenhit. Das beruhigt doch ungemein. Weitermachen! Wir von Gründerszene sind ja eher Stubenhocker. Hier in der Redaktion ist es kuschelig warm. Es gibt One-Click-Coffee, Wasser und unser liebstes Daddelspiel läuft den ganzen Tag auf unseren Computern. Es heißt WordPress. Ihr habt vielleicht schon mal davon gehört.

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Wenn man sich geschickt anstellt, kann man mit WordPress aus nur 26 unterschiedlichen Buchstaben immer neue Artikel zusammenstellen. Das macht Spaß und ist richtig kniffelig. Wir sortieren Tag für Tag die Buchstaben und Satzzeichen so lange, bis lesbare Texte enstanden sind. Die veröffentlichen wir dann zur Überprüfung durch unsere Leser auf gruenderszene.de und in sämtlichen sozialen Netzwerken. Auf Fehler und Unsinn werden wir sofort harsch hingewiesen und ich möchte mich an dieser Stelle voller Demut dafür entschuldigen. Aber hin und wieder knacken wir auch den Highscore. Das soll uns erst mal jemand nachmachen.

Wenn es schlecht für uns läuft, steigt jetzt auch Google in das Alphabet-Geschäft ein. Ihre Firmenstruktur haben Larry Page und Sergey Brin jedenfalls schon einmal auf den Kopf gestellt – und ihre neue Holding etwas vollmundig Alphabet genannt. Wir sind gewappnet und nehmen die Konkurrenz ernst, verspannen aber nicht. Die Chefs von Google hatten Angst davor, dass ihre Firma zu unbeweglich wird, sich nicht mehr genug auf die Zukunftsthematiken konzentrieren kann; dass es zu gemütlich wird. Deshalb ist alles, was mit der Suchmaschine zu tun hat, jetzt nur noch ein Projekt neben diesen hier: Calico – Erfindung des ewigen Lebens, Fiber – Erfindung des noch schnelleren Internets, Nest – Erfindung des Internets der Dinge, Google Ventures und Google Capital – Erfindung von immer neuen Technologie-Giganten und Google X – Erfindung des ganzen Rests.

Meine Lieblingsseite im Internet war diese Woche fashnatics.com. Ich bin gerne auf Pinterest unterwegs und sortiere dort Fotos. Wenn ich mal gerade keine Lust habe, Buchstaben zu sortieren. Hier gibt es wunderbare Bilder – von alten Gitarren und jungen Frauen aus Modeblogs. Fashnatics sammelt auch auch ganz viele Fotos aus coolen Modeblogs – und jetzt kommt der Clou: Mit einem Klick kann man sich die gezeigte Mode im Internet bestellen. Zumindest wenn man eine Frau ist. Oder eine Frau beschenken möchte. Denn derzeit funktioniert Fashnatics nur für Damenmode. Gute Idee. Macht Spaß. Vor allem, weil die zum Kauf angebotenen Kleidungsstücke immer eine Spur anders sind, als die der Models in den Blogs.

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Und dann war da noch der Duschkopf. Selten gibt es ein Thema, das unsere Leserschaft so spaltet. Die Herren Eric Schmidt (Google) und Tim Cook (Apple) haben jedenfalls in einen Duschkopf investiert, der mit sehr viel weniger Wasser auskommt und dem Duschenden trotzdem das Gefühl gibt, unter einem wohl temperierten Wasserfall zu stehen, um sich ausgiebig den Morgenblues aus dem Fell zu spülen. Das Ding funktioniert wohl mit schnell drehenden Turbinen, die aus dem Wasser einen dichten Sprühregen herstellen. Ein Leser bemerkt in seinem Kommentar zu dieser fast schon transzendentalen News: „Ihr berichtet nur noch über Scheisse und Dreck, den kein Mensch wissen will oder muss. Ihr seid so interessant wie die Quarktasche von meiner Oma, wenn die drei Tage in der Sonne lag.“

Wir ziehen uns nach diesen harten Worten mit ein paar angegammelten Quarktaschen in das erholsame Wochenende zurück. Zur Abwechslung haben wir uns vorgenommen, statt ewig auf unsere Bildschirme zu starren, endlich mal wieder ein paar gute Comics zu lesen. Nach einer ausführlichen Regendusche, natürlich.