le sophie cramer amorelie

Die Amorelie-Mitgründerin 2014 auf der Heureka-Konferenz

Lea-Sophie Cramer über die Anfänge von Amorelie

Sie ist Mitgründerin des Online-Sex-Shops Amorelie – und so etwas wie die Frontfrau der Berliner Startupszene: Lea-Sophie Cramer. Sie erklärt, warum es Frauen schwierig haben in einer männlich dominierten Startupszene und wozu Markenbildung dient, sie stellt sich bei der Eröffnung des Amorelie-Popup-Stores vor die Kamera und lässt sich von der Vogue in Berliner Mode ablichten.

Wie geht man mit der Rolle als Gründerinnen-Paradebeispiel um? In einem Interview mit der Business-Lifestyle-Plattform Edition F gibt Cramer Antworten. „Anfangs fand ich es fast schon ein bisschen beleidigend, immer auf mein ‚Frau sein‘ reduziert zu werden“, erklärt sie dort. Sie spreche schließlich auch „gern über IT, Finanzierungsrunden, KPI-Entwicklung, Einkauf“. In ihrem Berufsleben – nach dem Abschluss an der Uni Mannheim 2009 arbeitete sie für BCG, Rocket und Groupon – habe sie „oft mit dem Attribut ‚pushy‘ zu tun gehabt, weil ich zielstrebig war und eben auch genauso viel wie die Alpha-Männer erreichen wollte“.

Anzeige
Auch über die Anfänge von Amorelie, Ende 2012 gegründet, erzählt Lea-Sophie Cramer. So habe sie den Hype um den Erotik-Bestseller Shades of Grey „mit Erstaunen verfolgt“, bei Groupon habe sie mitbekommen, „dass wir damals Designvibratoren sehr gut verkauft hatten. Dasselbe haben wir bei Fab.com beobachtet und so kam uns die Idee zu Amorelie.“

Während ihrer Zeit als VP International bei Groupon hatte Cramer zeitweise bis zu 1.000 Mitarbeiter unter sich. Wie behält man da den Überblick? Die Antwort sei Fokus, sagt Cramer, „im Management oder als Gründer hat man 100 Bälle in der Luft, meistens sind es aber nur neun, die wirklich essenziell sind“. Ihr Tipp: „Selbst wenn man seine Zehn-Punkte-Prio-Liste hat, sollte man sich zwingen, daraus drei Punkte zu machen.“

Einen kurzen Satz verliert die Amorelie-Chefin auch über ihre Pläne für die nächsten Jahre – beziehungsweise über das, was sie nicht plant. „Ich träume definitiv nicht vom schnellen Exit, um mich mit dem Geld irgendwo in die Sonne zu legen. Ich liebe es zu arbeiten und möchte weiter Dinge aufbauen oder umbauen dürfen.“

Das Interview in voller Länge gibt es bei Edition F.

Bildergalerie: 18 Gründerinnen in Deutschland

Zur Galerie

Anna Alex und Julia Bösch gründeten gemeinsam Outfittery. Das Berliner Startup verschickt individuelle Outfits an Männer. Im Februar 2014 sammelte Outfittery stolze 13 Millionen von mehreren Investoren ein, im Februar 2015 legten verschiedene Investoren noch mal 20 Millionen US-Dollar drauf.

Bild: Michael Berger/Gründerszene