daaruum youtube business punk

Leseprobe aus Business-Punk-Ausgabe 6/2014

Das Entscheidende erfährt man, wie so oft, nur auf der Herrentoilette.

Berlin-Tempelhof, in den Hallen des alten Flughafens: 700 Gäste aus Werbeagenturen und PR-Abteilungen haben sich zum sogenannten Brandcast Day von Youtube eingefunden, einer Werbeveranstaltung, die zeigen soll, was alles Tolles möglich ist in Sachen Videos im Internet. Auf der Bühne erzählen Filmemacher und Kampagnenexperten, wie sie Googles Videoplattform für ihre Zwecke nutzen, die besten Ideen, Werbespots, Onlinekonzepte – yada yada yada. Auf der Toilette greifen zwei ältere Männer in grauen Anzügen in ihre Hosenschlitze, und der eine sagt zum anderen: „Merk dir mal den Namen von dem Knilch – den brauchen wir.“

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Der „Knilch“, das ist Sami Slimani, ein deutscher Youtube-Star. Slimani steht seit bald zwei Stunden auf einer zweiten Bühne am anderen Ende der riesengroßen Halle und zwinkert, kichert und strahlt in die von seinen Fans mitgebrachten Smartphones, herzt und busserlt kreischende junge Mädchen, als würde er dafür bezahlt. Wobei: Auf gewisse Art wird er tatsächlich dafür bezahlt, aber dazu gleich.

So groß das Gewese um diese jungen Stars ist: Im Grunde geht es bei Youtube derzeit nicht allein um die „Zukunft des Fernsehens“, von der allenthalben gesprochen wird, sondern vor allem ganz schlicht um die Zukunft der Fernsehwerbung.

Im Grunde arbeitet Youtube derzeit an nichts weniger als an der Abschaffung des Zufalls. Es ist das Ende von Pleiten-, Pech- und Pannen-Videos und lustigen Katzenfilmchen und der Anfang von Kanälen, Shows und Formaten. Nicht weil die Zuschauer das wünschen – sondern weil sich die Werbebudgets der Anzeigenkunden im Fernsehen demjenigen öffnen, der klare Zielgruppen vorweisen kann und Zuschauer, die treu Woche um Woche wiederkehren. Und weil Googles Tochterfirma auf diese Art endlich richtig Geld verdienen will.

Wie Youtube das schaffen will und welche Rolle Daaruum in diesem Kosmos spielt – die ganze Geschichte findet Ihr in Heft 6/14 von Business Punk. Weitere Stories im Heft: „Alle an die Macht – Warum es sich lohnt, die Chefs abzusägen“, „Evernote – Phil Libin erschafft das externe Gehirn“, unser Dossier GELD und viele weitere Inhalte! Die aktuelle Ausgabe findet ihr HIER.

Text: Daniel Erk; Bild: Christoph Neumann