Die beiden Littlelunch-Gründer Denis und Daniel Gibisch

Der Erfolg für das Startup Littlelunch kam mit einem Auftritt im Fernsehen. 2015 pitchten die Brüder Daniel und Denis Gibisch ihre Bio-Suppen im Glas bei der Startup-Show „Die Höhle der Löwen“. Die Juroren Frank ThelenJudith Williams und Vural Öger sagten damals ein Investment in Höhe von 100.000 Euro zu, für 30 Prozent der Anteile. Doch nach der Sendung kam es anders – wie so oft in der Investment-Show.

Reiseunternehmer Öger stieg aus der Runde aus. „In den ersten Gesprächen hat sich herausgestellt, dass eine Zusammenarbeit zwischen Vural und uns nicht passen würde“, erzählt Denis Gibisch gegenüber Gründerszene. Für das Gründerduo habe vor allem ein gutes Netzwerk der potentiellen Investoren gezählt, mit dem sie besonders im Einzelhandel wichtige Kontakte knüpfen konnten. Der Reise-Experte Öger habe nicht gepasst.

Auch wenn sich die Einzelhandelsexpertise bei Internet-Unternehmer Thelen und Teleshopping-Queen Williams ebenfalls in Grenzen halten dürfte, blieben die beiden Denis und Daniel Gibisch als Investoren erhalten. Und es gab sogar mehr Geld als ursprünglich geplant: Statt 100.000 Euro bekamen die Brüder 150.000, 20 Prozent der Unternehmensanteile gingen an Thelen, 10 Prozent an Williams.

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Mit dem Geld floss auch viel Unterstützung, erzählen sie: „Frank Thelen hat uns in den Monaten nach der Sendung sehr geholfen und tut das auch immer noch“, so Denis Gibisch. „Im Tech-Bereich und gerade im E-Commerce sind seine Erfahrungen Gold wert.“ Der Doo-Gründer habe die Jungs bei der Logistik unterstützt und ihnen gezeigt, wie man einen guten Onlineshop aufbaut. „Durch ihn haben wir viele Leute kennengelernt, die wichtig für uns sind. Frank hat viele Türen für uns eingetreten.“

Mittlerweile bieten die Brüder sieben verschiedene Suppensorten an, Smoothies und Brühen sollen ab Juli 2016 ins Sortiment kommen. Alles bio und ohne Zusatzstoffe, als Alternative für die Mittagspause. Bestellen können Kunden die Suppen online als Sechserbox, im Abo oder einzeln. Einzelne Suppen können in Supermärkten gekauft werden, allein in Deutschland führen 5.000 Läden die Produkte von Littelunch, Kunden sind große Supermarktketten wie Rewe. 70 Prozent des Umsatzes des jungen Unternehmens kommt daher – obwohl es dort auf alteingesessene Player wie etwa Maggi trifft.

Einige Suppen von Littelunch

Auch von anderer Jurorenseite gebe es viel Unterstützung, erzählen uns die Brüder. Dank Teleshopping-Queen Judith Williams würden sie ein bis zwei Mal im Monat beim Shopping-Kanal HSE24 auftreten, um ihre Suppen anzupreisen. Auch helfe sie bei der geplanten Expansion nach England, die noch innerhalb dieses Jahres abgeschlossen werden soll. Dort werden die Brüder erst einmal ihre Produkte an den stationären Einzelhandel verkaufen. Ein Onlineshop soll folgen. Zurzeit werde die Expansion in die Schweiz umgesetzt, in Österreich ist Littlelunch bereits in 1.000 Geschäften vertreten.

Das Unternehmen sitzt noch immer in Augsburg, wo Denis und Daniel Gibisch Littlelunch 2014 gründeten. Und da wird es auch bleiben, beteuern die Gründer. Allerdings sei es schwierig, potentielle Mitarbeiter zu finden, gibt Denis Gibisch zu. In Augsburg gebe es kaum Startups, von denen Littlelunch Mitarbeiter abwerben könne und Münchener wollten kaum so weit fahren. Dennoch ist es Littlelunch gelungen, das Team auf nunmehr 18 Mitarbeiter aufzustocken. Bei ihrem DHDL-Auftritt waren sie noch zu zweit.

Auch der Umsatz hat sich vervielfacht: knapp drei Millionen Euro setzte das Unternehmen im Jahr 2015 um. Den Großteil davon aber erst nach der Ausstrahlung der DHDL-Folge im September, erzählen sie. Der geplante Umsatz für 2016? 20 Millionen. Pro Monat würden sie nun etwa 600.000 Suppen verkaufen, erzählen die Gründer. Vor ihrer Teilnahme an DHDL seien es gerade mal 5.000 im Monat gewesen.

Im März dieses Jahres konnten die Gründer noch einmal Geld einsammeln. Wieder nur 150.000 Euro, dieses Mal von Unternehmer Daniel Arnold. Mehr soll es nicht werden. „Wir sind aktuell nicht auf Kapitalsuche und würden nur strategische Investoren, die uns bei Expansion und Weiterentwicklung helfen können, beteiligen“, sagt Denis Gibisch.

Die bisherigen Investoren sind jedenfalls begeistert. Gegenüber Internet World sagte Frank Thelen, Littlelunch habe das Potential, ein Milliardengeschäft zu werden.


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Bilder: Littlelunch