Marco Wurzbacher, Head of Content-Management bei Locafox

Eigentlich wollte Marco Wurzbacher Physiklehrer werden, doch die Startupszene hat ihn derartig fasziniert, dass er nun doch Content-Manager bei Locafox wurde. In unserer Serie „Digitale Berufe“ zeigt er uns seinen heutigen Arbeitsplatz.

Content-Manager müssen den richtigen Ton treffen: von ihnen stammen alle Texte, die auf einer Homepage oder in einer App zu finden sind. Das können einfache Überschriften, Kategorie- oder Produktbeschreibungen und auch mal ganze Blogbeiträge sein. Die treffende Wortwahl soll nicht nur den Kaufanreiz des Kunden erhöhen, sondern auch die Seite bei den Google-Suchergebnissen ganz oben mitspielen lassen.

Wie der Berufsalltag in der Branche aussieht, zeigt uns Marco Wurzbacher (38). Denn er arbeitet als Content-Manager beim Berliner Online-Marktplatz Locafox.

Marco, was sind Deine Aufgaben?

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Als Head of Content-Management bei Locafox bin ich grundsätzlich für die Content-Strategie und deren Umsetzung sowie alle Inhalte auf unserer Website und in den Apps zuständig – von der Beschriftung der Buttons bis hin zu Produktbeschreibungen. Praktisch leite ich zwei Teams. Das eine ist das Katalog-Team, das für die Produktdaten auf unserer Plattform zuständig ist. Dabei geht es von der Erstellung und Pflege der Kategorien auf der Website bis hin zu den Beschreibungen der gelisteten Artikel. Im sogenannten Inbound-Marketing-Team erstellen wir die Inhalte für unser Verbrauchermagazin sowie unseren Blog und planen Content-Marketing-Kampagnen.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Kreativität hilft bei der Ideenfindung, Umsetzung und Lösung von Problemen. Zudem eine klare User-Zentrierung. Gerade, wenn man sich in ein Thema eingearbeitet hat oder sich schon lange mit bestimmten Sachen beschäftigt, ist es erforderlich, einen Schritt zurückzugehen und sich daran zu orientieren, welche Anforderungen ein User ohne Vorwissen an einen bestimmten Inhalt hat. Und natürlich sollte man mit dem Stress, der mit Deadlines und der Vielzahl von parallel zu bewältigenden Aufgaben einhergeht, umgehen können.


Und so sieht Marcos Arbeitstag in Bildern aus:

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Morgens checke ich erst mal Mails und schaue, welche Termine anstehen. Dementsprechend versuche ich meinen Tag zu planen.


Was hast Du vorher gemacht und inwiefern bringt Dir diese Erfahrung etwas für Deine Position?

Ursprünglich habe ich Mathematik und Physik studiert, um Lehrer zu werden. Gegen Ende des Studiums habe ich jedoch festgestellt, dass mich die E-Commerce-Welt mehr reizt. Deshalb habe ich die Schultafel gegen einen Laptop getauscht und bei einem Online-Preisvergleichsportal zunächst als Key-Account-Manager angefangen. Nach einem Jahr habe ich mich umorientiert und mich dort um den Produktkatalog gekümmert. Zudem habe ich angefangen, eine Magazinredaktion aufzubauen. Content-Management hat immer wieder etwas von einem klassischen Versuchsaufbau in der Physik: Ergebnisse müssen analysiert werden, Hypothesen für Erfolgsfaktoren werden aufgestellt und überprüft, anschließend kann optimiert werden. Denn jeder Content sollte mit einem klaren Ziel erstellt werden.

Was lernt bzw. merkt man erst, wenn man diesen Job macht?

Man merkt schnell, wie schwer es ist, gute Produktdaten mit einem vertretbaren Aufwand auf die Plattform zu bringen. Im redaktionellen Bereich habe ich erst mit der Zeit gelernt, wie wertvoll eine detaillierte Konzeption ist. Mit der richtigen Vorbereitung wird Erfolg planbarer.

Mit wem arbeitest Du zusammen?

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Tatsächlich ist Content die Schnittstelle aller Abteilungen bei Locafox. So arbeite ich nicht nur mit meinen Teams zusammen, sondern beispielsweise auch mit den Entwicklern, die Tools für uns bauen, Designern, die das Frontend entwerfen, bis hin zum Kundendienst, die ihre Mailtamplates mit mir abstimmen.

Was ist toll an Deinem Job und was nervt ?

Ich finde es toll, wenn eine Kampagne oder ein Artikel, an dem man von Anfang an mitgearbeitet hat, erfolgreich wird und wir positives Feedback von Usern darauf bekommen. Das wiegt bei Weitem auf, was manchmal nervt: Nicht alle Ideen, die man so hat, kann man aufgrund zu knapper Ressourcen umsetzen.

Bild: Marco Wurzbacher