Locca Mini-Version zum Wiederfinden von Tieren und Gegenständen

 Finden in Zeiten der Tracking-Dienste

Das Wiener Startup Locca (www.locca.com) von den Gründern Julian Breitenecker und Michael Lipper hat ehrgeizige Ziele: Mit Hilfe von GPRS und GSM, einer Mobile-App und einem Endgerät in zwei unterschiedlichen Größen soll das Verlieren von Dingen oder Kindern und Tieren bald der Vergangenheit angehören.
Die Idee für Locca kam Julian Breitenecker im Urlaub, als sein damals zweijähriger Sohn in einem Moment der Unachtsamkeit plötzlich den Park in Tel Aviv auf eigene Faust verließ. „Von Minute zu Minute wird man einfach unglaublich nervöser, weil man nicht weiß, wo das Kind sein kann und ob es nicht einfach auf die Straße läuft. So etwas wollte ich nicht noch einmal erleben und da kam mir die Idee, es technisch zu lösen.“
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Solchen Situationen entgegenwirken soll Locca durch eine persönliche Me-Zone, die wie ein geographischer Zaun wirken soll: Mit einem Schlüssel großen Endgerät für Gegenstände und Haustiere und einer etwas größeren Version, die auch als Zwei-Tasten-Telefon für Notfälle Einsatz finden soll, kann der Nutzer per mobiler Applikation den Bereich festlegen, in welchem sich der Träger des kleinen Ortungsgeräts befinden soll. Ist der Träger mal nicht mehr innerhalb dieses Bereiches zu orten, verständigt der Sender mit der App den Nutzer über den Aufenthaltsort des Gegenstandes oder des Haustieres oder der Person.
Bei der diesjährigen Hy! Berlin machte Locca übrigens das Rennen im Pitch und strich das Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro und eine Reise ins Silicon Valley ein.

„Das Internet of things wird ein Megatrend“

Die beiden Locca-Gründer sind sich sicher, dass die mobile Ortung mit kleinsten Endgerätung nur der Anfang des Machine-to-Machine Trends ist. „Man könnte im Prinzip jeden Baum mit einem Sender ausstatten, der einem sagt, wann er durstig ist und wann der geschnitten und gedüngt werden muss. Man kann jedes Teil im Leben intelligent machen und vernetzen und damit kontrollieren und steuern“, lassen sie im Gespräch mit Gründerszene verlauten. Diese Ansicht teilt anscheinend auch Emporia (www.emporia.at), der größte österreichische Handyhersteller, der an der Entwicklung der Locca-Geräte maßgeblich beteiligt war und 25 Prozent der Anteile hält.

Die Euphorie um das Internet der Dinge ein wenig mindern dürfte der Preis der Locca-Geräte, der zwar unter 100 Euro bleiben soll, jedoch beim größeren Gerät mit Notfall-Telefon-Eigenschaften aufgrund der eingebauten SIM-Karte auch eine monatliche Gebühr von sechs Euro verlangt. Sind Konkurrenz-Dienste wie StickNfind (www.sticknfind.com), über die Gründerszene bereits berichtete, in dem Fall eine echte Alternative?

Nicht für die Gründer von Locca. „StickNfind ist nur für zuhause geeignet, da der Blutooth Radius sehr begrenzt ist. Das ist, als würdest du ein Auto mit einem Dreirad vergleichen, man kann sich mit beidem ganz gut fortbewegen, es ist aber doch ein riesiger Unterschied. Es gibt auch viele chinesische GPS Tracker, aber sie sind fast unmöglich zu bedienen, haben schlechte Usability und keine App-Funktionen. Die Ortung ist zudem sehr ungenau.“

Internationale Wachstums-Pläne

Beim Blick in die Zukunft sind die Vorstellungen der Startupler klar auf Wachstum und Innovation ausgerichtet.

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„Wir wollen jährlich neue Versionen herausbringen und das Energiemanagement noch besser machen. Denkbar wären eigene Versionen, wie eine Seniorenuhr und spezielle Dienste für den Fahrrad-Gebrauch.“ Mit einer Akkulaufzeit der Endgeräte von 40 beziehungsweise 120 Tagen seien auch Überlegungen für Kooperationen mit der Telekom, der Deutschen Bahn und Einsatzbereiche im Business-to-Business-Bereich denkbar. „Fuhrpark-Management ist eine naheliegende Möglichkeit. Man könnte auch jeden Wagon der Deutschen Bahn mit einem Tracker ausstatten und die Deutsche Bahn weiß immer, wo ihre einzelnen Wagons und Güter stehen. Auch Container-Tracking ist denk- und machbar.“

Auf fünf Jahre ausgerichtet, spinnt Co-Founder Michael-Lipper die Locca-Version noch etwas weiter: „Im Endeffekt der Problemlöser Nummer eins zu sein, um nie wieder etwas zu verlieren oder sich stehlen zu lassen.“ Noch in diesem Herbst will das ehrgeizige Startup auf dem deutschsprachigen Markt in Serie gehen.

Bild: Locca