Loclet-Gründer

Erst BMW, dann Startup: die Loclet-Gründer Klaas Klasing (CTO, links) und Robert Hein (CEO)

Vermissen wir sie nicht alle? Die Stadtrallye, die uns auf Klassenfahrten durch Weimar oder Rothenburg ob der Tauber jagte? Eine digitale Neuauflage des Spiels will diese mehr oder weniger heiteren Kindheitserinnerungen wieder aufleben lassen – glücklicherweise ohne hektisches Herumirren.

Loclet heißt die App, die im Quizduell-Stil Rätsel zu Städten und Regionen aufgibt. Gespielt wird gegen Freunde oder Unbekannte. Erfolgreich absolvierte Aufgaben bringen Punkte, die wiederum zu Jokern oder anderen Hilfsmitteln verhelfen. Die Rätsel sind einzelnen Spielregionen zugeordnet, also etwa Stadtbezirken. Einige der sogenannten Loclets kann man nur spielen, wenn man sich physisch an einem bestimmten Ort aufhält. Dann muss der Spieler beispielsweise Inschriften an einer Kirche lesen. Will man von der Couch aus in die Ferne streifen und Fragen beantworten, geht das nur, wenn durch fleißiges Zocken Schlüssel freigespielt wurden.

Alle Fragen denkt sich die Community selbst aus. Die Autoren bekommen für ihr Engagement zehn Prozent des Punktewerts einer Frage auf ihr eigenes Punkte-Konto gutgeschrieben, wann immer die Frage gespielt wird. Dabei steigen solche mit guten Bewertungen auf, schlechte dagegen solange ab, bis sie aus dem Spiel verschwinden. CEO Robert Hein sagt: „Es geht uns um die Kreativität der Leute. Wir stellen nur die Plattform, die Nutzer sind das Spiel.“

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2.700 „Challenges“ gibt es momentan in Deutschland und Österreich. Gerade hat sich Loclet aus der Beta-Phase verabschiedet. Einen Investor aus München sei bereits an Bord, heißt es von Hein. Nun sollen Finanzierungsmodelle getestet werden: Werbung und In-App-Käufe.

Robert Hein und Mitgründer Klaas Klasing waren vorher bei BMW angestellt. Ihre sicheren Jobs gaben die beiden für Loclet auf, nachdem sie auf einer gemeinsamen Reise auf die Idee zum Spiel gekommen waren. „Nach reiflicher Überlegung“, so Hein, kündigten sie schlussendlich. Das war Ende 2014. Die GmbH gründeten sie im Anschluss daran.

Heute kümmern sich sieben Personen um die Entwicklung und die Vermarktung von Loclet. Hat sich der Wechsel gelohnt? Auf jeden Fall, versichert Hein: „In einem Startup passieren permanent so viele neue Dinge, jeden Tag steht man neuen Herausforderungen gegenüber. Es ist total spannend.“

Bild: Loclet