Benjamin Bak (Bild) und sein Geschäftspartner Alexander Friede wurden gegen eine Kaution aus der U-Haft entlassen

Vergangene Woche hatte die Polizei bei einer Durchsuchung zwei der Geschäftsführer von Lovoo festgenommen. Der Vorwurf: Auf der Flirtplattform soll es Fake-Profile gegeben haben, die Nutzer zum Abschluss eines kostpflichtigen Abos verleitet hätten. Dadurch sei es zu einem wirtschaftlichen Schaden in Millionen-Höhe gekommen, heißt es in der Anklageschrift.

Nach der Razzia und den Festnahmen in der vergangenen Woche sind die beiden Lovoo-Chefs Benjamin Bak und Alexander Friede heute aus der Untersuchungshaft entlassen worden, bestätigt die Staatsanwaltschaft Dresden gegenüber Gründerszene. Beide seien heute noch einmal vernommen worden und hätten sich zur Sache geäußert, sagt Staatsanwalt Lorenz Haase auf Nachfrage.

„Die beiden Geschäftsführer haben alle Auflagen erfüllt“ und es bestehe keine Fluchtgefahr, ergänzt Haase. Beide hätten ihren Reisepass abgegeben und eine Kaution hinterlegt. Der weitere Geschäftsführer Björn Bak, der sich der Polizei stellte, soll zuvor schon gegen eine Kaution von 300.000 Euro freigekommen sein. Zur Höhe der Kaution bei den anderen beiden wollte Haase keine konkreten Angaben machen.

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Solange die Ermittlungen andauern, so die Staatsanwaltschaft, könne man keine weiteren Angaben machen, wann und ob der Prozess beginnt. „Wir haben eine große Menge von Daten sichergestellt. Das wird erst einige Zeit in Anspruch nehmen, sie auszuwerten“, sagt Haase.

Anlässlich der Haftentlassung hat Lovoo heute eine Pressemitteilung herausgegeben, in der die sogenannte Außervollzugssetzung der Haftbefehle begrüßt wird: „Von Beginn der Untersuchungen an hat die LOVOO GmbH den Ermittlungsbehörden vollumfängliche Transparenz und Kooperation zugesichert. Aufgrund laufender Ermittlungen sind weitere Angaben zurzeit nicht möglich“, heißt es in der Pressemitteilung. Das Startup wolle mithelfen, die Vorwürfe aufzuklären und das Vertrauen der mehr als 50 Millionen Nutzer wiederherzustellen.

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Bild: Lovoo