Markenbildung Werte

Ein Beitrag von Ulrike Berlenbach, Diplom-Wirtschaftswissenschaftlerin, ausgebildete Psychologin, Coach, Trainer, Dozentin und Unternehmensberaterin.

Außen Hui, innen Pfui!

Außen Hui, innen Pfui! Kennt Ihr das Sprichwort noch? Meine Oma hat es immer in ihren – mehr oder weniger – vorhandenen Bart gemurmelt, wenn sie mit Menschen konfrontiert war, die ihr nicht gefallen haben.

Meine Oma hatte ein großes Herz. Sie verurteilte Menschen nicht. Sie hatte zuviel erlebt seit ihrer Geburt im Jahr 1894. Das schärfte ihre Aufmerksamkeit für Menschen und deren Handlungen. Ihr Mantra sprach sie in den Momenten, in denen sie für sich festgestellt hatte, dass ein einfaches Versprechen nicht gehalten wurde. Das konnte der Nachbar sein, der hoch und heilig versprochen hat, die Milch mit zur Ablieferstelle der Molkerei mitzunehmen – und nicht kam.

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Oder die fliegende Händlerin, nennen wir sie Frau Schmitt, die seit Jahren über die Dörfer fuhr und bei jedem Besuch versicherte, dass es ihr leid tut, die günstigeren Küchenhandtücher wieder nicht dabei zu haben.

Eines Tages, nach dem dritten oder vierten Vertrösten, forderte Frau Schmitt  meine Oma vielmehr auf, die teuren zu kaufen, die ja genauso gut und nur ein wenig teurer seien. Dreist, oder? Waren teurer, die Dinger, sollten genauso gut sein und vermutlich waren die günstigen deshalb nicht dabei. Gekauft wurde bei der Dame nie mehr etwas. Es ging meiner Oma in diesem Moment nicht um die paar Mark mehr. Es ging ihr um das Kundenversprechen, das nicht gehalten wurde.

Die langjährige Lieferantin war allezeit verbrannt in dem Drei-Generationen-Haushalt auf dem Dorf, der bis dahin jede Menge Umsatz mit ihr gemacht hatte.

Herzschlag. Marke. Markt.

Menschen machen Marken. Marken bestimmen den Markt.

Social-Media-Strategien, Markenaufbau und Netzwerk-Marketing wird spätestens dann interessant, wenn Ihr als Unternehmer oder Führungsmenschen mit stagnierenden Kundenzahlen und Umsätzen konfrontiert werdet.

„Marketing funktioniert heute nicht mehr“, resümierte Philip Kotler, international bekannter Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Marketing in den USA. Produkteinführungen mit geringer Erfolgsquote und Konsumenten, die auf Werbekampagnen des Old School Marketing nicht mehr reagieren, unterstreichen sein Statement.

Internationaler Wettbewerb, austauschbare Produkte mit ähnlichen Preisen und starke Verdrängungsmärkte sind die Situation, die wir Unternehmer bewältigen müssen, um morgen noch am Markt zu sein. Der Druck der notwendigen Veränderungen, eine passende Erfolgsstrategie und neue Sichtweisen sind Probleme, denen Ihr Euch als Unternehmer stellen müsst.

Was bedeutet das für Euer System?

Wenn Altbewährtes nicht mehr greift, sind die Lösungen griffig, die einerseits Qualität und Erfolg in Aussicht stellen und andererseits eine starke, organische Grundlage für Neues schaffen. Veränderungen gehen naturgemäß mit Neuem einher und Neues verursacht zunächst einmal Störungen in festen Systemen und jahrelangen Strukturen.

Jedes Neue bringt zuerst Unsicherheit und Ungewohntes mit sich. Das ist menschlich. Unternehmen sind keine technischen, mechanischen Regelwerke, sondern individuelle Systeme von Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Menschen und Gruppen.

Ständig wechselnde Energie-, Daten-, und Informationseinflüsse bestimmen stets die Zusammensetzung neu. Ihr als Unternehmer und/oder Führungskräfte seid nicht davon unabhängig, sondern selbst ein Teil Eures eigenen Firmensystems.

Risiko und Erfolg

Die eigentliche Schwierigkeit liegt darin, dass Ihr Euch als Entscheider bewusst werdet, Menschen in Euer Team zu holen, mit denen Ihr gewinnbringend bei der Neuordnung des individuellen Change-Prozesses im Marketing Eures Unternehmens zusammenarbeitet.

Statt diese Erkenntnis umzusetzen, verwenden viele Führungskräfte 90 Prozent ihrer Energie darauf, keine Fehler zu machen. Die Folge: Der längst notwendige Perspektivenwechsel wird hinausgezögert, denn „man macht am besten sowieso alles alleine“ und „kann sich auf sich selbst am besten verlassen“.

Entscheider und Führungskräfte werden belohnt, indem sie Entscheidungen treffen, die sie HIN ZU ihren Kunden führen. Oder, um Herrn Einstein zu zitieren: „Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden.“

Als Unternehmerin mit Leidenschaft für Menschen und Marketing habe ich mich selbst vor langer Zeit auf den Weg gemacht, meine Marke zu „branden“. Mitte 20 im Wirtschaftsstudium stand meine Vision: ein eigenes Unternehmen, das Menschen den Nutzen bringt, den sie suchen. Oder brauchen. Am besten beides!

Metamorphose

Wir sind gerade in der Metamorphose von einer technisch-orientierten Wirtschaft zu einer Wirtschaft, in denen unsere Talente und Fähigkeiten eine immer größere Rolle spielen. Die besten Talente und Fähigkeiten entfalten sich in Klarheit. Für sich. Für das persönliche und berufliche Umfeld. Für die unternehmerische Vision.

Marken-Qualität

Geht raus raus aus der Komfortzone. Gönnt Euch Euren persönlichen Coach, der mit Euch gemeinsam Eure persönlichen und beruflichen Ziele definiert und erreicht. Wenn Ihr es wirklich wollt. Lernt wieder, Euch selbst gegenüber verbindlich zu sein. Und auch zu anderen. Verbindlichkeit ist sexy.

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Es gibt keine gute Marke ohne passende Werte. Wir leben im High-Tech-Zeitalter. Psychologisch gesehen neigen Menschen in diesem Change-Prozess eher langfristig zu Frustration, nachdem die erste Begeisterung von Produkten oder einem Markenimage abklingt. Computer haben nicht die Fähigkeit zu lieben, zu loben, Wertschätzung zu geben, WERTE vorzuleben oder die Sinnigkeit für unser Leben zu vermitteln.

Alte Werte mit Neuem zu verbinden ist das, was zukünftig Menschen, Marken und auch letztendlich Euer Unternehmen bestimmen wird, wenn man marktfähig bleiben möchte. Wer es am besten versteht, die alten Wahrheiten mit den neuen Technologien und der eigenen Markensprache eindeutig zu verbinden – dem gehört die Zukunft.

Bildquelle: © panthermedia.net / Theepatheep Kawinpathawee