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Der 28-Jährige Marvin Kruse hat ein zweites Mal sein Entertainer-Talent unter Beweis gestellt.

Er ist zurück. Marvin Kruse tritt zum zweiten Mal bei der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ an, bei der Gründer ihre Ideen präsentieren und auf den Einstieg eines Investors hoffen. Vor einem Jahr stellte Kruse bereits seinen Online-Shop Pfotenheld vor. Von den Löwen wurde er verrissen. Investor Frank Thelen polterte damals, das Konzept sei völlig daneben. Mit Hunde-Leckerlis für Null Euro wollte Kruse nur über das Porto Geld verdienen. „Sie werden mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit scheitern“, diagnostizierte auch Jurymitglied Jochen Schweizer.

Doch Kruse will sich nicht unterkriegen lassen. Im Gespräch mit Gründerszene erzählt der 28-Jährige, sich bis vor kurzem noch mit Pfotenheld über Wasser gehalten zu haben. Doch jetzt sei Schluss mit dem Shop. Er wolle sich zu 100 Prozent auf seine neue Gründungsidee konzentrieren: Brad Brat.

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Dabei handelt es sich um eine 750 Gramm schwere Wurst – „die dickste Bratwurst der Welt“, meint Kruse. Sie soll in Scheiben geschnitten besser auf dem Grill Platz finden und könne einfacher als eine normale Wurst von allen Seiten gebraten werden. Es gibt sie gleich in drei Geschmacksrichtungen: Feta-Olive, Tomate-Mozzarella oder Chili. Produziert werden die Würste von einem professionellen Fleischer, sagt Kruse. Er selbst sei der „Lizenzgeber“ und kreative Kopf hinter der Marke. Der Produktionspreis liege bei 3,25 Euro, im Handel koste eine Wurst zwischen fünf und 6,99 Euro. Am Ende bleibe eine Marge von 74 Cent pro Wurst.

In der Sendung, die heute Abend ausgestrahlt wird, wünscht sich der Gründer ein Investment über 150.000 Euro für zehn Prozent der Unternehmensanteile. Ob er die Löwen dieses Mal überzeugen kann? Sein Talent als Sänger und seine deftigen Sprüche hatten bereits beim letzten Mal für Unterhaltung bei den Löwen gesorgt. Doch das änderte nichts an ihrem Urteil über das Produkt: Er habe seine Marge nicht im Griff. Heute glaubt Kruse, er habe sich ihre Kritik zu Herzen genommen.

Von der Qualität seiner Wurst ist Kruse überzeugt: Er will ein Kultprodukt schaffen. Im Interview mit Gründerszene verrät Marvin Kruse, warum er sich als Unternehmer versteht und wie er trotzdem mit seinen Entertainer-Qualitäten punkten will.

Wie hast du deinen zweiten Auftritt bei DHDL erlebt?

Ich war ziemlich aufgeregt. Ich kannte das zwar schon, aber dieses Mal wollte ich was herausholen. Ich war sicher, dass die Löwen einsteigen würden. Eigentlich ist es doch mal Zeit, dass ich einen Deal kriege! (lacht) Ich fand es auch ziemlich cool, dass sie mich direkt wieder erkannt haben.

Investor Carsten Maschmeyer meint, dass du besser ins Show-Business einsteigen solltest. Warum glaubst du, trotzdem ein Unternehmertyp zu sein?

Ich denke, dass jeder, der eine Idee hat, Unternehmer werden kann. Das ist mit viel Arbeit verbunden, das macht man nicht einfach so. Es ist mein Ziel, selbstständig zu sein und deshalb stemme ich das auch. Man muss sich aber auch verkaufen können. Wenn ich mich bislang vorgestellt habe, fanden alle, dass ich eine gute Stimmung mitbringe.

Was hast du vor deiner Zeit als Gründer gemacht?

Davor war ich Schlagersänger und Schauspieler. Doch es war ziemlich mühsam, Monate lang keinen Job zu haben. Ich will versuchen, täglich Umsatz zu machen und Geld zu verdienen. Das ist als Sänger nicht so einfach. Deshalb wollte ich den Weg eines Unternehmers einschlagen.

Das zweite Mal vor den Löwen zeigte sich Kruse siegessicher.

Wie ist der Stand bei Brad Brat?

Ich habe Edeka und Rewe als Partner. Ich verdiene damit schon Geld. Das Problem ist nur, dass die Wurst, wenn sie nach drei Monaten abgelaufen ist, zurückkommt und das Geld wieder abgezogen wird. Das ist nicht ganz einfach. Ich brauche einen größeren Abverkauf. Dazu muss Brad Brat bekannter werden. Es braucht einen Kultfaktor.

Du sagst in der aktuellen Sendung, dir sei „scheißegal“, wie hoch die Marge ist. Was glaubst du, worauf es wirklich ankommt?

Ich will keinen Burgerscheiß verkaufen oder sowas. Das Produkt muss stimmen, die Wurst darf auf dem Grill nicht zusammenschrumpeln. Da geht es nicht um den Gewinn – die Leute müssen das kaufen wollen, weil sie es geil finden. Wenn die Qualität nicht stimmt, sind sie nicht zufrieden. Das sieht man nicht an der Verpackung, aber man schmeckt das.

Wie geht es eigentlich mit Pfotenheld weiter?

Das mach‘ ich erst mal nicht mehr. Das lief aber eigentlich ganz gut – dafür, dass das eine kleine Idee war. Am Anfang von Brad Brat habe ich alles noch über die Einnahmen von der alten Plattform finanziert. Da habe ich zwischen 150 bis 400 Pakete am Tag verkauft.

Warum gibst du es dann auf?

Ich mache das momentan alleine. Ich muss mich entscheiden, was ich größer machen will. Da habe ich mich für mein aktuelles Produkt entschieden. Ich gehe den Weg so, wie ich mir das vorstelle. Ob das richtig ist oder nicht, sehe ich im Nachhinein.

Bei „Deutschland sucht den Superstar“ gibt es seit Jahren einen Kandidaten, der immer wieder auftritt. Wirst du der Menderes Bağcı von DHDL?

Das ist eigentlich ein schlechter Vergleich. Da geht nur jemand hin und singt. Ich bin ziemlich kreativ, weil ich eigene Geschäftsideen habe. Wer weiß, ob ich nicht schon wieder eine neue Idee habe?

Willst du sie verraten?

Ich sagte doch, wer weiß.

Wird es einen dritten Anlauf  bei den Löwen geben?

Wenn ich die perfekte Idee habe, würde ich den Schritt wieder gehen. Ich müsste nochmal alles toppen, es muss noch geiler werden, als alles davor. Aber die Wurst ist schon ziemlich geil.

Danke für das Gespräch, Marvin!

Die Bratwurst im Grilltest:

Bild: Marvin Kruse / Vox