Lukas Pieczonka und Hanno Heintzenberg (v.l.) gründeten McMakler

Während der ehemalige Konkurrent Vendomo bereits Anfang des Jahres von Rocket Internet beerdigt wurde, ist McMakler auf Wachstumskurs: Insgesamt 8,5 Millionen Euro nimmt das Berliner Unternehmen in einer Finanzierungsrunde von Frog Capital und seinen Bestandsinvestoren Piton Capital, Mutschler Ventures und Cavalry Ventures, dem VC von mehreren Berliner Szene-Köpfen, ein.

Mit dem Makler-Startup lassen sich die Vermietung und der Verkauf von Immobilien organisieren, dabei kümmert sich das Unternehmen um Aufgaben wie die Exposé-Erstellung, Besichtigung und die Schlüsselübergabe. Gerade seit Einführung des Bestellerprinzips setzten mehrere Startups auf Plattform-Lösungen. Denn seit Juni 2015 gilt: Wer den Makler bei Vermietungen bestellt, muss ihn auch bezahlen. McMakler bietet das Paket für Vermieter zum Festpreis von 498 Euro an.

Mit der neuen Finanzierungsrunde setzt das Unternehmen nun stärker auf sein zweites Standbein: den Immobilienverkauf. Bislang macht dieses Geschäft nach Angaben des Startups rund 20 Prozent des McMakler-Geschäftes aus. Dafür will das Unternehmen stärker in Werbung investieren, aber auch mit Partnern wie Hausverwaltungen, Fonds und Banken kooperieren, heißt es von McMakler-Gründer Lukas Pieczonka auf Nachfrage von Gründerszene.

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Immobilienverkäufe sind ein lukrativer Markt, da das Bestellerprinzip nicht greift und der Käufer einen prozentualen Anteil am Verkaufspreis bezahlt. Zuerst hatte McMakler auch diese Leistung zu einem Festpreis angeboten, den allerdings der Verkäufer übernehmen sollte. Doch vor nicht allzu langer Zeit drehten die Berliner an der wichtigen Schraube ihres Geschäftsmodells: Seitdem muss wieder der Hauskäufer einen prozentualen Teil des Kaufpreises zahlen, wie es auch bei traditionellen Maklern üblich ist.

Der McMakler-Gründer Hanno Heintzenberg sagte damals auf Gründerszene-Nachfrage, Eigentümer hätten grundsätzliche Probleme mit dem Festpreismodell gehabt. Die Verkäuferprovision sei in den wenigsten Regionen üblich und viele Eigentümer hätten sich die Frage stellen, weshalb sie für etwas vermeintlich „Kostenloses“ zahlen sollten. Nach der Umstellung habe McMakler jetzt ein „fundamental günstigeres Modell“ als die klassischen Makler.

Andere Startups wie Maklaro konzentrieren sich ebenfalls auf den Immobilienverkauf. McMakler-Gründer Heintzenberg sagt dazu: „Wir fokussieren uns erst einmal auf unsere aktuellen Standorte und vermarkten die Immobilien in den attraktivsten Regionen.“ Der Hamburger Konkurrent sei eher in ländlichen Regionen unterwegs.

Das Berliner Unternehmen ist nach eigenen Angaben aktuell in 17 Städten aktiv und beschäftigt etwa 100 Mitarbeiter, darunter auch ehemalige Makler von Unternehmen wie Engel & Völkers oder dem Makler CBRE, heißt es vom Unternehmen. Heintzenberg und Pieczonka haben das Startup im Company Builder vom Home24-Gründer Felix Jahn, Warpspeed Ventures, hochgezogen.

Bild: Jonas Friedrich/McMakler