Gründerszene Frischlingsfragen Startupvorstellungen Interview

Die eigene Geschäftsidee vor potenziellen Geldgebern und anderen Interessierten zu pitchen, ist eine der Fertigkeiten, die jeder Gründer beherrschen sollte. Und da ein Fahrstuhl ein reichlich ungeeigneter Ort dafür ist, haben junge Startups im Format „Frischlingsfragen“ von nun an die Möglichkeit, sich und ihr Geschäftsmodell kurz und präzise vorzustellen: Gründerszene stellt zehn Fragen, und dieses Mal antwortet Meerazo (www.meerazo.com).

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Meerazo ist eine neue Community-Plattform zum Teilen von Dingen. Als Gratisdienst ermöglicht es jedermann, sich einen eigenen Kalender einzurichten, worüber in einer definierten Gruppe von Teilnehmern dann Reservierungen verwaltet werden können.

Durch die offene und modulare Architektur der Plattform können sehr unterschiedliche Szenarien und Bedürfnisse bedient werden. Das Teilen eines gemeinsam genutzten Autos ist genauso möglich wie die gemeinsame Nutzung einer Dachterrasse im Mehrfamilienhaus oder die Koordination für ein Sitzungszimmer einer losen Arbeitsgemeinschaft.

2. Hinter jedem Erfolg steckt eine Vision. Wie seid Ihr auf Eure Idee gestoßen?

Viele Dinge liegen heute brach, weil es in ihrer Natur liegt, dass sie bloß zeitweise genutzt werden. Autos stehen bei den meisten Leuten großteils auf einem Parkplatz, das Zelt liegt die meiste Zeit über im Keller und so weiter. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass vorhandene Ressourcen besser genutzt werden, um Verbrauch und Vergeudung zu reduzieren. Wie so oft führte die Erkenntnis dieser Situation im eigenen Umfeld zur Idee für eine solche Plattform. Um unsere Vision auf einem Niveau zu erreichen, welches auch tatsächlich einen Unterschied macht, möchten wir möglichst viele Leute ansprechen. Deshalb ist die Nutzung von Meerazo kostenlos.

3. Noch wichtiger als die Idee ist häufig das Team. Wer sind die Gründer, was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Wir sind zwei unabhängige Software-Entwickler, welche in einer langjährigen Zusammenarbeit schon viele Projekte zusammen auf die Beine gestellt haben: Jani Giannoudis und Leon Poyyayil. Dies ist unsere erste allgemein zugängliche und öffentliche Plattform im Internet.

4. Viele Gründungsideen sind nicht gänzlich neu. Was ist Euer USP und was macht Ihr anders als alle anderen?

Es gibt in der Tat schon einige Lösungen im Netz zur Verwaltung von Terminen mit Kalendern und so weiter. Unser Ansatz unterscheidet sich von allem, was wir gesehen haben, dadurch, dass bei unserer Plattform eine komplett anonyme Nutzung möglich ist. Es ist keine Registrierung notwendig und die gesamte Lösung kann ausschließlich über Lesezeichen und E-Mails verwaltet werden. Das ist je länger je mehr für viele Nutzer ein Kriterium, da sie nicht für jeden genutzten Dienst immer gleich ihre Daten preisgeben wollen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Terminkalendern liegt der Fokus von Meerazo auf den Ressourcen, nicht den Personen. In einer Community können bis zu 100 Ressourcen in einem gemeinsamen Kalender verwaltet werden.

5. Zum Business: Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell? Und wie groß ist das Marktpotenzial?

Dazu möchten wir zurzeit keine öffentlichen Aussagen machen.

6. Ideen umzusetzen kostet Geld. Wie finanziert Ihr Euch?

Vorerst ist es ein persönliches Engagement der Gründer. Die zukünftige Entwicklung ist noch nicht abschließend festgelegt. Rund um Meerazo bieten wir weitere Dienstleistungen an, welche dann jedoch kostenpflichtig sind (Branding, Intranet-Integration, und so weiter).

7. Gibt es etwas, das Euch noch fehlt? Ein Mitarbeiter, ein Investor oder ein Büro?

Bekanntheit. Ja, wie jede Community-Plattform wird auch der Erfolg dieser Idee maßgeblich davon abhängen, wie wir uns bekannt machen können und entsprechend Rückmeldungen von Nutzern zur Verbesserung des Dienstes einfließen lassen können.

8. Gibt es ein großes Vorbild für Euch?

Alle Leute, die beharrlich an der Verwirklichung ihrer Ziele und Ideen arbeiten. Personenkult ist uns fremd, denn auch die vielen nicht sehr bekannten Persönlichkeiten sind oftmals äußerst interessant.

Als Inspiration diente uns natürlich auch Doodle (www.doodle.com), wobei Meerazo jedoch einen anderen Zweck verfolgt.

9. Stellt Euch vor, Ihr könntet ein Lunch gewinnen. Wen würdet ihr aus der deutschen Startup-Branche gerne mit an den Tisch holen?

Keine Ahnung. Es gibt so viele kreative Menschen, da ist meist viel zu lernen im Austausch auch mit nicht so bekannten Personen.

10. Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

Um es mit einem Bonmot zu sagen: „Prognosen sind eine heikle Angelegenheit. Besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.“ (Ursprung: Niels Bohr, Mark Twain oder Winston Churchill)

Natürlich wünschen wir uns mehr Bekanntheit für Meerazo. Und dass sich die Lösung bewährt und zu neuen Möglichkeiten auch für uns führt.