Houseparty

Kleines Treffen mit Freunden per Live-Videostream auf dem Smartphone.

Erinnert sich noch jemand an die Schlacht um die Vorherrschaft bei Live-Videos? Die Macher von Meerkat lösten im Frühling des Jahres 2015 einen Wettlauf aus. Auch wir bei Gründerszene hatten uns in die Idee verliebt, mit einem Klick Videos ins Netz zu streamen. Es folgte Twitter mit der eigenen App Periscope und dann schaltete sich auch noch Facebook mit Facebook Live ein. Aber den echten Durchbruch in den Massenmarkt schafften Live-Videos für Jedermann bislang noch nicht.

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Jetzt versuchen es die Macher von Meerkat mit einer neuen Idee und haben nach eigenen Angaben bereits eine Million Nutzer. Houseparty heißt die neue App von Gründer Ben Rubin und er sieht sie als das „Wohnzimmer des Internet“. Die Party auf dem Smartphone passiert live, acht Personen können gleichzeitig in einem Video-Livechat miteinander kommunizieren. Sie benötigen dafür keine Einladung oder ähnliches, sondern gehen einfach online und sind bei der Houseparty ihrer Freunde dabei. Wie das genau funktioniert, zeigt das Video ganz unten.

Einfach nur mit den Freunden zusammen sein

Houseparty soll eine Art virtuelles Café oder eine virtuelle Bar sein. Die Nutzer sollen sich entspannen, Ideen austauschen oder einfach nur mit ihren Freunden herumalbern. Im Gegensatz zu anderen Social Networks wird hier keiner gezwungen, irgendeine Art Inhalt zu liefern. Dabei sein reicht. Gerade junge Leute, genießen es, einfach nur mit ihren Freunden zusammen zu sein. 60 Prozent der Nutzer von Houseparty sind unter 24 Jahre alt.

Derzeit sollen laut Angaben der Gründer 1,2 Millionen Menschen täglich auf der Plattform aktiv sein. Das Wachstum funktioniert nach dem Schneeballprinzip, weil jeder neue Nutzer seine Freunde und Kontakte mitbringt. Für die Houseparty-Macher ist das eine echte Herausforderung. Das Ex-Team von Meerkat war nach dem Ende des Hype auf nur noch 11 Personen geschrumpft, die Server-Technik für das Live-Video-Streaming ist aufwändig und teuer. Inzwischen sind allerdings 50 Millionen Dollar in das Startup geflossen. Die App lag phasenweise auf dem ersten Platz der US-Download-Charts.

Die große Chance auf täglich wiederkehrende Nutzer

Die Frage nach den harten Erfahrungen mit Meerkat ist natürlich, ob auch Houseparty auch nur ein Hype ist oder die App Konkurrenz von den anderen großen Playern bekommt. Die Idee des „spontanen Zussammenseins“ klingt überzeugend. Und sie verspricht etwas anderes als Meerkat, Periscope oder Facebook Live. Man sendet nicht, sondern kommt ungezwungen zusammen. Ben Rubin sieht die große Chance, dass Nutzer hier täglich vorbeischauen. Anders als bei Meerkat, wo die Abstände zwischen zwei Live-Übertragungen eines einzelnen Nutzers oft mehrere Wochen betrugen.

Houseparty schickte zum Start seine Mitarbeiter auf Colleges in Alabama, Ohio und Arkansas, um den Studenten die App zu erklären und zu schauen, wie sich das Nutzerverhalten entwickelte. Sie sahen, dass sich Nutzer für Wochenendaktivitäten verabredeten, zusammen Hausaufgaben machten und mehrfach in der Woche zu Houseparty zurückkehrten. Das war natürlich vielversprechend. Die App verbreitete sich anschließend in den gesamten USA und dann auch international.

Die Schulfreunde immer live in der Hosentasche

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Die Entwicklung der Houseparty-App zeigt, dass man es auf ein junges Publikum abgesehen hat. Es kommen immer mehr spielerische Elemente in der Anwendung dazu. „Stranger Danger!“ signalisiert zum Beispiel, dass sich ein Freund eines Freundes dazu geschaltet hat, den man noch nicht kennt. Also sollten sich Eltern schon jetzt darauf einstellen, dass ihre Kinder, die gerade aus der Schule nach Hause zurückgekehrt sind, in Zukunft ihre Schulfreunde einfach mitbringen. Mit Housepoarty können sie sich wie auf dem Schulhof per Smartphone einfach weiter unterhalten. Es droht der nächste Hype.

Die App gibt es für Android und iOS. Und hier könnt ihr euch anschauen, wie Houseparty genau funktioniert:

Foto: Screenshot / Youtube