Matthias Hofmuth, Senior Human Resources Manager am Standort München

Es war die Nachricht im Januar: Nach jahrelanger Konkurrenz schließen sich die Fernbus-Anbieter FlixBus und MeinFernbus zusammen. Nun steht ein Ausbau des Streckennetzes auf dem Plan – über deutsche Grenzen hinweg. Die Gründerszene Jobbörse sprach mit Matthias, Hofmuth, Senior Human Resources Manager am Münchener Standort, über Hürden bei der Internationalisierung und den Ausbau des Teams.

Anfang des Jahres haben sich MeinFernbus und FlixBus zusammengeschlossen. Wie läuft’s denn bisher?

Wir haben mittlerweile beide Netze, beide Backend-Systeme und alle technologischen Schnittstellen sinnvoll integriert. Wir sind aktuell noch dabei, die letzten Fahrpläne zu harmonisieren. Optisch sind wir dank des neuen Brandings auf Bussen, Buchungsseiten und im Marketing als eine Firma erkennbar. Jedes einzelne der verschiedenen Teams und jeder Standort hat in nur vier Monaten wirklich extrem gute Arbeit geleistet. Gemeinsam sind wir jetzt fit für Europa.

Stichwort Europa: Welche Märkte sind denn im Zuge eurer Internationalisierung neben Deutschland die interessantesten für euch?

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Aktiv sind wir mittlerweile in 14 Ländern Europas. Unser Fokus liegt aktuell auf dem Aufbau der Märkte in Frankreich, Italien, Tschechien und den Benelux-Staaten. Interessant ist aber tendenziell alles mit der passenden Infrastruktur und genügend aufgeschlossenen, mobilen Menschen.

Wie reisen die Menschen in diesen Ländern denn bisher? Besteht dort ein allgemeines Interesse am Reisen in Bussen?

Wie auch noch vor drei Jahren in Deutschland fahren junge Franzosen, Italiener oder Niederländer aktuell mit dem eigenen Auto, der Mitfahrzentrale, der Bahn oder eben gar nicht. Wir bieten mit flexibler Online-Buchung, kostenloser Smartphone-App, WLAN und einem top Kundenservice modernen Reisekomfort für faire Preise. Damit schließen die grünen Fernbusse eine bisherige Lücke am europäischen Markt.

Und wie sieht’s auf den ausländischen Märkten mit Konkurrenz für euch aus? Wird es da knifflig oder nehmt ihr im Fernbus-Geschäft eine Pionierrolle ein?

Knifflig wird’s definitiv, aber das war’s ja auch schon in Deutschland. Mehr als zwei Jahre knallharter Konkurrenzkampf hat uns stark gemacht. Diese Erfahrung haben wir internationalen Wettbewerbern voraus und werden sie entsprechend nutzen.

Mit welchen sonstigen Hürden, beispielsweise in Form von Regulierungen, müsst ihr im Ausland rechnen?

Der Genehmigungsprozess und die rechtlichen Bestimmungen für Fernlinienverkehr sind europaweit sehr unterschiedlich. Teilweise sind nur Cross-Border-Verbindungen erlaubt, oder man braucht eine landesspezifische Zertifizierung. Das erschwert oder verlangsamt unseren Netzausbau. Trotz des Erfolgs in Deutschland fangen wir im Ausland auch quasi wieder bei Null an. Das heißt, wir müssen Partner vor Ort, Behörden und natürlich die Fahrgäste von uns und unserem Konzept überzeugen.

Mit der Erweiterung des Fahrtennetzes geht sicher auch eine Vergrößerung des Teams einher. Mit wie vielen Neueinstellungen rechnet ihr in der nächsten Zeit und welche Bereiche müssen vorrangig ausgebaut werden?

Wir suchen eine ganze Reihe an Kollegen an unseren Standorten in München, Berlin, Mailand und Paris. Wir planen hier in den nächsten Monaten personell im dreistelligen Bereich zu wachsen. Das hängt aber davon ab, ob wir die Leute finden, die auch zu uns passen.

Besonderer Fokus liegt natürlich auf dem Business Development in den Zielmärkten, aber auch die Netzplanung in Berlin und das Marketing in München werden verstärkt. Dass wir ebenfalls jede Menge ITler suchen, muss ich wohl nicht mehr extra betonen.

Wie strikt trennt ihr da eigentlich zwischen den Mitarbeitern in Berlin und denen, die in München sitzen? Man läuft sich ja nicht ständig über den Weg, fühlen sich die Angestellten dennoch als „ein Team“?

Durch Team-Events, Vernetzungsworkshops und persönliche Treffen sorgen wir dafür, dass sich alle nicht nur kennenlernen, sondern auch regelmäßig sehen. Wenn wir nicht mobil sind, wer dann? Manchmal bleibt aber eben doch nur Mail, Skype oder die Videokonferenz?

Du hast die Standorte Mailand und Paris genannt? Plant ihr auch für die anderen Länder vor Ort Büros einzurichten – und setzt ihr da mitarbeitertechnisch vornehmlich auf Locals?

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In den großen Märkten wie Frankreich oder Italien setzen wir jetzt schon auf Locals, die uns helfen, die Kunden vor Ort zu verstehen. Bereiche wie Marketing, HR, Angebotsplanung oder Controlling werden nach wie vor primär von Deutschland aus gesteuert. Insgesamt ist uns aus Recruitersicht aber vor allem wichtig, dass unsere Kollegen international geprägt sind. Immerhin stammen wir aus fast 50 Ländern und fahren schon jetzt von Schweden bis Italien.

Die Fernbus-Branche hat in den letzten drei Jahren direkt und indirekt über 10.000 Jobs geschaffen. Warum sollte man es sich als Jobsuchender nicht entgehen lassen, bei euch anzufangen?

Wir setzen auf Teamwork, Hilfsbereitschaft und auf Leute, die „Bock“ haben, nicht auf Hierarchien und Diplome. Verantwortung übernehmen und voneinander lernen steht bei uns an erster Stelle. Wir bieten die einmalige Chance, etwas richtig Großes aufzubauen.

Und zu guter Letzt: Wie oft steigst du selbst in einen eurer Busse?

Ich fahre tatsächlich regelmäßig. Dank WLAN kann ich die Zeit gut zum Arbeiten nutzen. Außerdem besitze ich wie viele andere im Team kein eigenes Auto. Deshalb fahre ich per MeinFernbus FlixBus nicht nur zwischen München und Berlin, sondern auch privat nach Hause oder zu Freunden im ganzen Land.

Vielen Dank für das Gespräch, Matthias.

 

Interessiert?

Hier findest du die ausgeschriebenen Stellen von MeinFernbus FlixBus.

Foto: MeinFernbus FlixBus