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Sie klingt sympathisch, intelligent, ist immer gut gelaunt und hilfreich: Cortana, Microsofts Sprachassistentin für Windows 10, sucht auf Anfrage die nächste Pizzeria, sendet E-Mails per Sprachbefehl oder erinnert an Termine.

Aber wussten Sie, dass Cortana nur in Deutschland jodelt? Oder dass sie Nutzer in Frankreich siezt und sich der Kreis, der Cortana auf dem Display symbolisiert, in Japan sogar höflich verbeugt? Computer Bild erklärt, was hinter der Sprachassistentin steckt.

Assistentin mit Persönlichkeit

„Es gibt verschiedene Cortanas“, sagt Marion Sardone. Sie ist Teil des deutschen Cortana-Teams. Egal ob in den USA, in Frankreich, Japan oder Deutschland: In jedem Land gibt es solche Teams, um der Sprachassistentin eine Persönlichkeit einzuhauchen, die auf den Humor, die Höflichkeit, die nationale Identität und die Kultur des jeweiligen Landes zugeschnitten ist.

Warum? „Damit das Verhalten von Cortana für den Nutzer berechenbar wird“, erklärt die Entwicklerin. Wer Cortana etwas fragt oder mit ihr spricht, soll kein mulmiges Gefühl haben, wie die Sprachassistentin darauf wohl reagiert.

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Cortana mag keinen Small Talk

Und wie ist die deutsche Cortana so? „Sie ist ironisch“, sagt Marion Sardone. Wird die Sprachassistentin aufgefordert, eine witzige Geschichte zu erzählen, kommt beispielsweise das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf auf „Zeitungsdeutsch“. Cortana erzählt dann vom „Problemwolf“ und der „gutgläubigen Rentnerin“.

Auf Small Talk steht die Sprachassistentin kein bisschen, sie kommt lieber direkt zum Thema. Cortana besteht auf dem Du, kennt sich mit deutschen Gepflogenheiten wie dem Osterhasen bestens aus und weiß natürlich auch, was die IFA ist. „Wir fragen uns ständig, welche Themen, für den deutschen Nutzer interessant sind und wie Cortana darauf antworten kann“, erzählt Marion Sardone über die Entwicklung von Cortanas Persönlichkeit.

Meist produziert das Team neue Fragen und Antworten bis zu zwei Monate im Voraus. Wenn nötig, bekommt Cortana aber innerhalb einer halben Stunde Wissen zu neuen Themen eingespeist.

Im Dezember war Cortana übrigens im Weihnachtsfieber. Auf Nachfrage hatte die Assistentin leckere Plätzchenrezepte parat oder trällerte auf Wunsch einen Weihnachtsklassiker wie „Leise rieselt der Schnee“ oder „O du fröhliche“.

Die Frau hinter Cortana

Was könnte Cortana jetzt antworten? Diese Frage stellt sich Marion Sardone täglich. Gemeinsam mit einem Kollegen entwickelt sie seit über einem Jahr die Persönlichkeit von Cortana und sorgt dafür, dass Microsofts Sprachassistentin in Deutschland beispielsweise auch Witze erzählen kann. Derzeit macht das Team Cortana fit für das Luther-Jahr 2017.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Computer Bild.

Bild: Getty Images /  VALERIANO DI DOMENICO