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Das Führungsteam von Octimine: Michael Natterer und Matthias Pötzl (v.l.)

Wer auf der Suche nach Patenten ist, muss normalerweise in Datenbanken recherchieren. Eine davon ist Google Patents, aber es gibt auch Konkurrenz aus Deutschland, wie das Startup Octimine. Über die Plattform des Münchner Unternehmens sollen aber bald auch weitere Daten semantisch durchsucht werden können, wie wissenschaftliche Artikel oder Fachmagazine. Bisher kauft Octimine die entsprechenden Dokumente dafür ein, sammelt sie in seiner Datenbank und macht sie durchsuchbar.

Für die Weiterentwicklung seiner Datenbank-Analyse hat Octimine jetzt Geld aufgenommen: Der Betrag im siebenstelligen Bereich kommt von dem VC Bayern Kapital sowie weiteren Business Angels. Auch das Vertriebsteam soll mit den neuen Mitteln ausgebaut werden. Zuvor schloss das Startup eine sechsstellige Seed-Runde ab.

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Zu den Kunden der Münchner zählen hauptsächlich mittelständische Unternehmen und Patentexperten. Sie benutzen die Plattform beispielsweise, um nach vorhandenen Patenten zu suchen, etwa für die eigene Anmeldung eines Dokuments oder für die Recherche zu Einspruchsverfahren. Die Kunden geben dazu Stichwortwolken oder Technologiebeschreibungen in der Suchleiste von Octimine ein und erhalten die entsprechenden Dokumente und Analysen. Durch die Verwendung von maschinellem Lernen – einer Form von künstlicher Intelligenz – solle die Suche nur relevante Ergebnisse liefern, sagt Gründer Matthias Pötzl.

„Wir sind aber keine Rechtsberatung“, so Pötzl. Das Startup fokussiert sich ausschließlich auf die Recherche und Analyse. Die Anmeldung und Prüfung von Dokumenten findet weiterhin über Patentanwälte und beim Patentamt statt. Die Aufgabe des Startups sei es vielmehr, eine zweite Meinung zu traditionellen Recherchemethoden zu geben.

Pötzl gründete das Unternehmen gemeinsam mit Michael Natterer als Spin-Off der LMU München und des Max-Planck-Instituts im Jahr 2015. Das Unternehmen hat neben seinem Hauptsitz in München auch eine Niederlassung im Silicon Valley. Nach eigenen Angaben sollen 15.000 Kunden die Analyse des Startups nutzen. Wie viele davon zahlende Kunden sind oder ob das Unternehmen bereits profitabel ist, wollte Pötzl nicht verraten.

Bild: Octimine