minodes

Telefónica, der nach Kundenzahlen größte Mobilfunkanbieter Deutschlands, übernimmt ein Berliner Startup. Das Ende 2013 gegründete Minodes analysiert Kunden- und Marketingdaten im Einzelhandel und wird von der Konzerntochter Next für einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag übernommen. Bei Telefónica Next mit Sitz in Berlin bündelt der Telekomkonzern die Zukunftsfelder Internet of Things und Advanced Data Analytics.  

„Online-Shops sind seit langem in der Lage, die Kundenbedürfnisse genau zu analysieren und schnell sowie individuell zu reagieren“, erklärt Next-Geschäftsführer Jens Lappoehn. „Gemeinsam mit Minodes werden wir auch dem stationären Handel die Möglichkeit bieten, das Kundenverhalten datenbasiert besser zu verstehen. So kann jeder Einzelhändler sein Geschäft an die Bedürfnisse der Kunden anpassen und gleichzeitig ein nahtloses Kundenerlebnis über alle Kanäle schaffen.“

Minodes erfasst mit seiner Lösung die Bewegungen von Kunden und Besuchern in den Geschäften mittels WLAN-Technik. Die Daten sollen beispielsweise Informationen darüber liefern, welche Produkte in welchem Laden besonders häufig gekauft werden. Dementsprechend kann das Sortiment angepasst werden. Zusätzlich unterstützt Minodes die Händler beim Marketing. Kunden können mithilfe der Technik über ihr Smartphone persönlicher angesprochen werden, um die Kaufbereitschaft anzukurbeln.

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Auch Telefónica Next analysiert bereits ähnliche Daten, allerdings nur außerhalb von Geschäften. Mithilfe von Mobilfunkdaten lassen sich Bewegungsströme im Umfeld einer Filiale aufzeigen. 

Die 40 Mitarbeiter sowie Gründer Alexander Köth sollen auch nach der Übernahme an Bord bleiben. Mitgründer Tim Wegner hat das Unternehmen kürzlich verlassen, um sich neuen Startup-Projekten zu widmen. Der dritte Mitgründer Christian Eggert verließ Minodes schon Ende 2014 und launchte den Lebensmittellieferdienst Bonativo.

Finanziert wurde Minodes von den Berliner VCs Project A und Berlin Technologie Holding, außerdem gab es vor einem Jahr 3,5 Millionen Euro von der Londoner Market Tech Holding für 25 Prozent der Anteile. Die Bewertung von Minodes lag demnach bei etwas mehr als 14 Millionen Euro.

Mitarbeit: Niklas Wirminghaus; Bild: Minodes