Gerade erst hat SumUp mit einer zweistelligen Millionenfinanzierung auf sich aufmerksam gemacht und Streetpay seine Gebühren gesenkt, schon kontert der Konkurrent aus dem Hause Rocket Internet mit dem internationalen Roll-out: Payleven startet heute in Großbritannien, Brasilien, den Niederlanden und Polen. Damit ist die erste Runde im Wettstreit der hiesigen Bezahllösungen eröffnet – während sich in den USA der Platzhirsch Square ebenfalls auf eine Internationalisierung vorbereitet.

 

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Payleven: Internationaler Roll-out gestartet

Mit knapp 1.000 Abnehmern im Berliner Testmarkt schmückt sich Payleven (www.payleven.de), das Bezahl-Startup aus dem Hause Rocket Internet (www.rocket-internet.de). Weil sich das Unternehmen in dieser Zahl bestätigt sieht – tatsächlich ein respektabler Erfolg nach sechs Wochen offiziellen Geschäftsbetriebs –, gingen die Plattform heute auch international an den Start. Nach Großbritannien, Brasilien, den Niederlanden und Polen sollen bald auch weitere Märkte folgen, heißt es von Payleven, das mittlerweile rund 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Webseiten für Spanien und Italien jedenfalls scheinen schon bereit zu stehen. Finanziert wird die Expansion von New Enterprise Associates, Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) und RuNet, die wie schon zuvor vermutet insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt haben. Damit haben sich die beiden Berliner Mobile-Payment-Startups Payleven und Sumup (www.sumup.com) bereits ordentlich mit Kapital eingedeckt, um in die heiße (Wachstums-)Phase des Wettbewerbs einzutreten. Der aus Großbritannien stammende und auch in Deutschland aktive Anbieter Streetpay (www.streetpay.com) versucht demgegenüber, mit niedrigeren Transaktionsgebühren zu punkten.

Der Bezahlvorgang selbst geschieht durch den sogenannten Swipe: Die Kreditkarte wird durch ein Lesegerät am Smartphone oder Tablet gezogen, weitere Softwarefunktionen sollen darüber hinaus die Abrechnung am Point-of-Sale vereinfachen. Der finanzstarke US-Anbieter Square (www.squareup.com) etwa, der als Vorlage für das Gros der hiesigen Anbieter diente, bietet den Händlern einen detaillierten Überblick über die Umsätze – aufgegliedert nach Tageszeit, Wochentag sowie Verkäufer – sowie ein Lagerbestand-Management samt Kategorien. Bei all dem hat Square internationale Märkte bislang allerdings weitestgehend ignoriert.

Konkurrenz ebenfalls in den Startlöchern

Dass das Thema Mobile Payment auf beiden Seiten des Atlantiks immer wichtiger wird, macht auch das Investoreninteresse an den Anbietern deutlich. Stattliche 25 Millionen Euro an frischem Kapital hat der schwedische Square-Konkurrent iZettle (www.izettle.com) vor Kurzem einholen können. Mit dem Geld soll die Expansion in die größten europäischen Kartenmärkte vorangetrieben werden. In Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Großbritannien hat iZettle sich schon ausgebreitet.

Wichtig für die Plattformen ist dabei insbesondere die Akzeptanz möglichst vieler Bank- und Kreditkarten – wer Shops, Restaurants, Bars und anderen Lokalitäten hier am meisten bietet, hat im Wettbewerb einen deutlichen Vorteil. Payleven selbst akzeptiert derzeit neben den Karten deutscher und niederländischer Banken derzeit Mastercards. Für letztere kostet eine Transaktion 2,95 Prozent des Werts plus neun Cent. In wenigen Wochen will das Unternehmen dann sogenannte „Chip & Pin“-Geräte vorstellen, durch die die Plattform auch Zahlungen mit Visa- und American-Express-Karten entgegen nehmen kann.

Erst vor Kurzem warf Gründerszene einen detaillierten Blick auf den Boommarkt Mobile Payment – samt einer Übersicht aller Anbieter.