Es gibt viele Unternehmen, die auf dem Flughafen unterwegs sind: Techniker, Caterer, Sicherheitsdienste und das Flughafenpersonal müssen auf dem Flugfeld von A nach B kommen, um ihre Arbeit zu erledigen. Dafür hat jedes Unternehmen seinen eigenen Fuhrpark an Personal- und Transportautos. Das soll sich bald durch das Sharing-Startup Mobileeee ändern.

Michael Lindhof war lange Deutschlanddirektor eines Abfertigungsunternehmens, das Arbeiten am Flugzeug ausführt und überwacht. Dabei hatte er das Problem, dass seine Autos oft nur zwei Stunden am Tag in Benutzung waren. „Finanziell war das ein schwarzes Loch“, erinnert sich Lindhof. Doch die Personalautos mit anderen Unternehmen zu teilen, die dasselbe Problem hätten, sei unmöglich gewesen. „Ein Flughafen ist sehr stark reglementiert“, erzählt er.

Deshalb gründeten er und zwei seiner Kollegen vergangenes Jahr Mobileeee, einen E-Carsharing-Anbieter, speziell für Flughafen-Unternehmen. „Besonders auf den Kurzstrecken, wie sie am Flughafen zurückgelegt werden, sind Elektroautos ideal. Ladestationen dort zu installieren, ist eine Leichtigkeit.“

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Seit Juli 2015 sind sie schon am Frankfurter Flughafen unterwegs: momentan 22 Renault Zoe, die an zehn Standorten aufgeladen werden können. 16 Unternehmen machen dort schon mit. Der Strom kommt vom Flughafenbetreiber, Ökostrom ist also nicht garantiert. Der Stromanteil sei aber nur ein Bruchteil dessen, was der Flughafen täglich verbrauche: „Würde der Flughafen Frankfurt nur ein paar Minuten lang das Licht ausmachen, wären wahrscheinlich alle unsere Autos mit dem eingesparten Strom komplett geladen“, scherzt der Gründer.

Mobileeee arbeitet ausschließlich mit geleasten Autos. „Anders wären wir in drei bis vier Jahren nicht mehr up-to-date mit der Elektrotechnik“, betont Lindhof. Auch sein Leadinvestor Gerd Becht, ehemaliger Vorstand der Deutschen Bahn, sähe Leasing als einzig sinnvolle Option. Becht hilft dem Unternehmen seit Kurzem bei der Investoren-Suche. Bisher muss sich Mobileeee über private Investitionen der Gründer und die laufenden Einnahmen finanzieren.

Das derzeit sechsköpfige Team möchte seine Elektroautos aber nicht nur auf Flughäfen fahren sehen: Das Startup bietet großen Firmen an, ihren Fuhrpark auf Elektroautos umzustellen. Auch bei Liefer- und Botendiensten sowie karitativen Unternehmen, die Autos nur stundenweise und auf Kurzstrecken brauchen, wollen die Frankfurter Fuß fassen. Zwei kleine Kommunen im Raum Frankfurt werden Mobileeee mit Elektroautos zum Stundentarif ausrüsten. Und hier hat Mobileeee auch Ladestationen mit Solarenergie im Angebot, über die alle Autos mit Sonnenenergie versorgt werden können.

Pünktlich zur internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Anfang Juni in Berlin soll auch ein Elektrofuhrpark mit 20 Autos an den Berliner Flughäfen eröffnet werden. Im Laufe des Jahres möchte Mobileeee dann die Flughäfen Stuttgart und Düsseldorf in Angriff nehmen.

Bild: Mobileeee