Diese Schwestern machen Mode mit Mission - less too late - lexoffice

Anna und Teresa Müller bringen mit ihrer Kleidung positiven Protest auf die Straßen – und unterstützen so Non-Profit-Projekte.

Gut aussehen und Gutes tun

Less Too Late wurde 2016 von den Schwestern Anna und Teresa Müller gegründet. Mit Statements auf schlichten Kleidungsstücken wollen sie auf gesellschaftsrelevante Themen aufmerksam machen, mit einem Teil des Erlöses unterstützen sie unabhängige Organisationen. Im Interview erzählt Anna, wie sie und ihre Schwester auf diese Idee kamen, wie man die Leute zu bewussterem Konsum bewegt und wie das Startup-Förderprogramm lexRocket ihnen momentan dabei hilft, durchzustarten.


lexRocket ist eine Startup-Initiative von lexoffice, einer Marke der Haufe Group. Das Programm kürt regelmäßig ein Startup des Monats, das Business-Unterstützung unter anderem in Form von Mentoring, Pitch-Trainings sowie Marketing- und Sales-Workshops erhält. Zudem besuchen die Gründer wichtige Branchen-Events. Jetzt bewerben!


Anna, wie seid ihr auf die Idee zu Less Too Late gekommen?

Die Idee zu Less Too Late kam uns Ende 2015, als die Welt durch diverse politische Events in großer Aufruhr war – der Syrienkrieg, der Aufstieg von Pegida, die Terrorattacken von Paris. Die Welle von Solidarität im Netz war immens, mit Hashtags zeigten Menschen ihre Anteilnahme. Wir wollten allerdings einen Schritt weitergehen und aktiv etwas verändern. Unsere Vision: Mode als Medium und als Möglichkeit, mehr Sensibilität für gesellschaftliche Anliegen und eine nachhaltige Veränderung zu erreichen.

Wie schafft ihr das – und welches Problem wollt ihr lösen?

Das Besondere an unserem Konzept ist, dass wir mit unseren Kollektionen unterschiedliche globale Themen angehen. Unsere kommende Kollektion setzt sich beispielsweise mit Extremismus und seinen Ursachen auseinander. Grundlegend möchten wir mit unserem Label unserer Zielgruppe eine einfache Möglichkeit bieten, im Alltag Stellung zu gesellschaftsrelevanten Themen zu beziehen und durch das eigene Konsumverhalten zu einem positiven Wandel beitragen zu können. 

Wie funktioniert euer Geschäftsmodell?

Wir arbeiten mit zwei Stakeholder-Gruppen zusammen: Zum einen sind das die Projekte und NGOs, die wir durch den Verkauf unserer Produkte unterstützen. Sie machen als Multiplikatoren auf uns aufmerksam und tragen auf Content-Ebene viel bei. Zum anderen arbeiten wir eng mit Künstlern, Designern, Bloggern und Personen des öffentlichen Lebens zusammen, die uns als Vertriebspartner und Markenbotschafter zusätzlich Reichweite bescheren.

Unsere Produkte werden wir primär über unseren eigenen Onlineshop verkaufen, der bald an den Start geht. Von jedem verkauften Produkt geht dabei ein fester Anteil direkt an das jeweilige Projekt, mit dem wir vorher vereinbaren, wofür sie das Geld verwenden. Bei der Herstellung achten wir stark auf Qualität, Zeitlosigkeit und Langlebigkeit.

Was sind eurer Meinung nach die Pain Points der globalen Textilbranche?

Textile Produkte sind extrem ressourcenintensiv und aufwendig herzustellen. In so einen Prozess sind unglaublich viele Akteure involviert. Es lastet nach wie vor ein großer Kostendruck auf den Produzenten, und der Konsument ist leider daran gewöhnt, fünf Euro für ein Shirt zu zahlen. Das größte Problem für Labels sehen wir allerdings bei der Suche, Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit Zulieferern.

Was braucht es noch, damit sich die breite Masse zu bewussterem Modekonsum bewegen lässt?

Das Design ist weiterhin Kaufargument Nummer eins, und in der Richtung hat sich in letzter Zeit bei den nachhaltigen Modelabels einiges getan. Wenn es dann um die ökologischen und sozialen Auswirkungen von Modekonsum geht: Da wollen wir auf keinen Fall mit dem belehrenden Zeigefinger kommen, deswegen bereiten wir unsere Kollektionsthemen ästhetisch und spannend auf. Dann braucht man natürlich einiges an Reichweite und Ausdauer, um sich überhaupt in den Köpfen einer größeren Masse zu behaupten. Wenn man sich aber mal die Stoßrichtungen von Moderiesen wie H&M ansieht, merkt man, dass Nachhaltigkeit immer mehr zum Usus wird.

Was waren anfängliche Schwierigkeiten?

Da wir mit einem relativ komplexen, physischen Produkt arbeiten, sind es die Klassiker Zeit und Geld. Ohne Fremdkapital geht es langsam nicht mehr. Zudem studieren wir beide noch, da muss man Kompromisse eingehen. Die Rückmeldung von außen pusht aber enorm. Wir haben außerdem das Glück, von lexRocket unterstützt

Mode mit Mission - less too late und lexoffice

Im Rahmen der Ethical Fashion Show wurde die erste Kollektion vorgestellt. Die meisten Kleidungsstücke des Labels sind Unisex.

zu werden: Herausforderungen konnten wir stets durch wertvolle Kontakte und Profitipps der Startup-Initiative meistern.

Erzählt abschließend doch noch einmal, warum sich eine Bewerbung bei lexRocket lohnt.

Wir konnten an der Berlin Fashion Week teilnehmen, unsere Kollektion bei der Ethical Fashion Show präsentieren und tolle Kontakte in der Branche knüpfen. Die Jungs von lexRocket sind richtige Netzwerker und kennen sich im Startup-Dschungel bestens aus. Wir haben bei komplizierten Angelegenheiten viel Know-how mitnehmen können. Die Buchhaltungs-Software von lexoffice hilft uns außerdem dabei, unsere Finanzen vernünftig zu managen. Und: Wir wurden zum Startup des Jahres gewählt! Unsere Lernkurve wird sich nun noch weiter steigern – vor allem durch die Seminare der Haufe-Akademie. Wir freuen uns auf die weitere enge Zusammenarbeit.


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Bilder: Less Too Late
Bild Fashion Week/Ethical Fashion Show: © THOMAS LOHNES & ALEXANDER KÖRNER / GETTY IMAGES FOR MESSE FRANKFURT