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Momox-CEO Heiner Kroke

Der Berliner Online-Händler Momox steigerte seinen Gewinn im Jahr 2016 auf 6,8 Millionen Euro. Das ist ein Plus von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in welchem der Profit bei 4,4 Millionen Euro lag.

Wie Momox bereits Anfang des Jahres bekannt gab, wuchs der Umsatz des Unternehmens gleichzeitig von 118 Millionen auf 150 Millionen Euro. Momox beschäftigt heute etwa 1.200 Mitarbeiter an fünf Standorten und kaufte im vergangenen Geschäftsjahr mehr als 35 Millionen gebrauchte Artikel an, die es dann weiter vertrieb. Zum Vergleich: Der deutsche Wettbewerber ReBuy setzte 2015 etwa 70 Millionen Euro um und verkündete für 2016 ein Wachstum von 24 Prozent, wie Deutsche Startups berichtet.

Momox profitiert davon, dass der Shop bei Amazon und Ebay in Deutschland und Europa Top-Positionen besetzt. Geschäftsführer Heiner Kroke will aber künftig mehr und mehr auf die eigenen Webseiten wie Momox.de, Medimops.de oder Ubup.com setzen: „Das macht uns unabhängiger und die hohen Provisionen könnten wir uns sparen.“ Einen Teil des Gewinns möchte Kroke deswegen investieren, um gezielt die eigenen Marken zu bewerben und sie so bekannter zu machen.

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Momox in Zahlen (Klicken zum Vergrößern)

Die Margen liegen bei Momox, das unter anderem noch mit Wirkaufens konkurriert, zwischen 60 und 70 Prozent. „Das klingt zunächst hoch“, so Kroke. „Aber man muss beachten, dass sich das auf einen niedrigen Basispreis bezieht.“ Kosten für Lagerhaltung, Provisionen, Porto und natürlich die Mitarbeiter müssten davon abgedeckt werden. Skalierung sei daher wichtig für das Geschäftsmodell.

Wie vor einem Jahr angekündigt hat Momox seinen Handel mit gebrauchter Kleidung ausgebaut. Den Geschäftszweig hatte das Unternehmen im Jahr 2014 gestartet, mittlerweile macht er einen zweistelligen Prozentsatz des Umsatzes aus. „Es ist Second-Hand, aber kein ,Ih! Second-Hand‘“, findet Kroke. Er wolle einen Service wie in jedem anderen Online-Kleidungsshop bieten mit Retourenservice, „und keinen Mottenkugel-Geruch“.

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Bei Wachstumsprognosen für dieses Jahr will Kroke auf Nachfrage nicht zu viele Details verraten. Nur so viel: „Wir wollen weiter deutlich im zweistelligen Prozentbereich im Buch- und Mediensegment wachsen.“ International peile Momox ein dreistelliges Wachstum an. Mit der zweiten TV-Kampagne setze man nun besonders auf den französischen Markt.

Momox wurde bereits im Jahr 2004 von Christian Wegner gegründet, der noch heute die Mehrheit an dem Online-Händler hält. Weitere große Anteilseigner sind Business-Angel und Point-Nine-Gründer Christoph Janz und der VC Acton Capital. Insgesamt sind laut Kroke bisher weniger als zehn Millionen Euro Risikokapital in das Unternehmen geflossen, die meisten Jahre hat Momox profitabel abgeschlossen.

Alles per App: Was taugt eigentlich der Online-Buchankäufer Momox?

Was taugt eigentlich der Online-Buchankäufer Momox?

Die Regale sind voll. Es wird Zeit, ein paar Bücher, CDs und DVDs zu verkaufen. Schnell und einfach soll das mit der Momox-App funktionieren. Wirklich?

Bilder: Momox