Monique Woodard

Es gibt Momente, in denen sich Monique Woodard richtig aufregt. Ihrem Ärger macht sie dann auf ihrem Blog Luft. Dort berichtete sie zuletzt von der Konferenz eines US-Gründerinnen-Netzwerks: TV-Star und Unternehmerin Bethenny Frankel hatte einer schwarzen Gründerin nahegelegt, einen „weißen Mann“ mit auf Investorentermine zu nehmen – wenn sie denn meine, dass dessen Fehlen ihr „Business“ zurückhalte.

Woodard, die seit Anfang des Jahres als erster afro-amerikanischer Venture-Partner beim bekannten Accelerator 500 Startups tätig ist, fand diese Antwort unangebracht. Sie schreibt, dass sich das Statement für sie und andere „people of color“ angefühlt habe wie ein Schlag ins Gesicht. Wer nach der Anleitung von Sprecherin Frankel handle, gebe in seinem eigenen Unternehmen seine Leistungsansprüche und Handlungsfähigkeit aus der Hand.

Mit ihrem Blog-Eintrag will Woodard ein Zeichen für mehr Selbstbewusstsein in der schwarzen, weiblichen Gründerszene setzen. Denn: Laut einem Report der Organisation Digitalundivided sollen zwischen 2012 und 2014 gerade einmal 0,2 Prozent der insgesamt 10.238 Venture-Deals in den USA mit schwarzen Frauen abgeschlossen worden sein.

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Bei 500 Startups investiert Woodard vor allem in afro- und lateinamerikanische Gründer. Während ihres Talks auf der Heureka-Konferenz begründet die Gründerin diese Strategie so: „Ich investiere nicht in diese Unternehmen, weil ich denke, dass es eine gute Sache ist. Ich mache das, weil ich weiß, dass diese Unternehmen Geld machen und profitabel sein werden. Und ich will andere Investoren dazu anregen, dasselbe zu tun.“

Studien hätten gezeigt, dass Unternehmen mit ausgeglichenem Geschlechterverhältnis bis zu 15 Prozent mehr Umsatz erzielten, Unternehmen mit multikulturellen Teams bis zu 30 Prozent mehr, sagt sie. Die Vielfalt wirke sich positiv auf Marktanteil, Kundenzahl, Umsatz und Gewinn aus. Der Grund: Dieselben Denkweisen innerhalb von Teams würden Unternehmen behäbiger machen. So falle es ihnen schwerer, innovativ zu sein. Gründern rät sie daher, so früh wie möglich, verschiedene Nationalitäten und Kulturen ins Boot zu holen. Denn je länger man warte und je mehr das Unternehmen wachse, desto schwieriger werde es, das nachzuholen.

Bei 500 Startups ist Woodard ihrer Vision von mehr Vielfalt in der Startup-Szene schon etwas näher gekommen: Dort seien inzwischen 40 Prozent der Gründer im Programm weiblich. Und in den letzten zwei Batches des Accelerators hätten 22 Prozent der Gründer einen afro- oder lateinamerikanischen Hintergrund gehabt.

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Bild: Georg Räth/Gründerszene