Wollen keine weiteren Anteile abgeben: DIe Monoqi-Gründer Felix Schlegel und Simon Fabich (rechts)

Das Design-Startup Monoqi besorgt sich frisches Kapital: Vom Davidson Technology Growth Debt Fund holen sich die Berliner ein Wachstumsdarlehen in Höhe von 3,25 Millionen Euro. Mit dem Geld möchte das Unternehmen international expandieren und weitere Produkte in das Sortiment aufnehmen.

Monoqi wurde 2012 von Simon Fabich und Felix Schlegel gegründet und beschäftigt derzeit rund 130 Mitarbeiter. Das Startup bietet seinen angemeldeten Mitgliedern hauptsächlich Möbel sowie Wohn- und Modeaccessoires in sogenannten Flash Sales an, die rund eine Woche laufen. Einige Produkte sind über den Shop auch dauerhaft erhältlich. Hinzu kommt die B2B-Plattform Monoqi Business, die Händler und Verkäufer zusammenbringen soll. Im vergangenen Jahr verbuchte Monoqi nach eigenen Angaben 23 Millionen Euro Umsatz und zählte 1,8 Millionen Mitglieder.

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Bisher war Monoqi klassisch finanziert, beispielsweise durch den Berliner VC Christophe Maire, Hasso Plattner Ventures oder den Verlag Condé Nast. Für ein Darlehen des Davidson Technology Growth Debt Fund haben sich die Gründer nun entschieden, um keine weiteren Anteile mehr abgeben zu müssen und die Kapitalkosten niedrig zu halten: „Das ist besonders hinsichtlich unserer Altinvestoren von Vorteil, da sie keine weitere Verwässerung ihrer Anteile befürchten müssen, wie sie mit einer regulären Kapitalrunde womöglich einherginge“, sagt Gründer Simon Fabich.

Insgesamt hat der Davidson Technology Growth Debt Fund nach eigenen Angaben ein Zielvolumen von 100 Millionen Euro. Investoren sind institutionelle Anleger und private Vermögensverwaltungen – die meisten von ihnen kommen aus Israel und Deutschland. Monoqi ist das erste deutsche Unternehmen, in das der Fund investiert. Gestartet wurde der Davidson Technology Growth Debt Fund im Jahr 2014 von dem Wahlberliner Eran Davidson, der zuvor Hasso Plattner Ventures gründete und leitete. Davidson und die Monoqi-Grüner Fabich und Schlegel dürften sich demnach bereits durch die vergangenen Finanzierungsrunden kennen.

Davidson Capital will jungen Unternehmern eine Finanzierungsalternative bieten, die wegen des hohen Risikos bei Banken nur geringe Chancen auf einen Kredit haben: „Für Deutschland ist das eine ganz neue Finanzierungsform“, sagt Davidson. „In Ländern wie den USA, Großbritannien oder Israel gibt es sie schon seit 20 oder 30 Jahren, wobei das Modell mit der sorgfältigen Auswahl der Investitionsunternehmen steht und fällt.“ Mit einem Umsatz von mehr als 20 Millionen Euro und vier Jahren Markterfahrung habe Monoqi den Kriterien entsprochen.


So sieht das Büro von Monoqi aus:
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Seit der Gründung 2012 ist Monoqi zweimal umgezogen. Das jetzige Büro befindet sich in Berlin-Mitte, in der Gormannstraße 22.

Bild: Monoqi