Monoqi Simon Fabich Startup-Helden

„Startup-Held“ Simon Fabich im Interview

Er studierte in St. Gallen, Shanghai und Singapur, zur Gründung seines eigenen Unternehmens zog es ihn dann zurück in seine Heimat Berlin. Simon Fabich rief 2011 gemeinsam mit seinem Studienfreund Felix Schlegel den Design-Shoppingclub Monoqi (www.monoqi.de) ins Leben, welcher im März 2012 den deutschen Markt eroberte – ungefähr zeitgleich mit der Übernahme des Konkurrenten Casacanda durch den US-Riesen Fab. Das Startup peilt zum Jahresende eine Mitgliederzahl von einer Million an. Der Geschäftsführer des Design-Shoppingclubs ist Gründerszenes Startup-Held der Woche.

Wer bist Du und was machst Du?

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Simon Fabich, 30, Berliner und Geschäftsführer von Monoqi, einem Onlineshop für handverlesenes Design. Gegründet habe ich die Firma Ende 2011, zusammen mit meinem Studienkollegen Felix Schlegel. Heute sind wir ein Team von 60 Mitarbeitern, wovon ein Drittel damit beschäftigt ist, weltweit nach den interessantesten Designern zu suchen. Jedes Produkt ist für einen begrenzten Zeitraum von sieben Tagen auf unsere Seite verfügbar und wird zum Vorzugspreis angeboten. Diese Woche findet man auf unserer Seite Beton-Wanduhren aus Berlin, hochwertige Bambusmöbel aus Dänemark, Citybikes aus einer polnischen Fahrradmanufaktur sowie eine außergewöhnlich schöne Leuchte aus Japan.

Wie bist Du auf die Idee zu Monoqi gekommen?

Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für schöne Objekte und besonderes Design. Die Idee, diese Leidenschaft zum Geschäft zu machen, ist mir in meiner Heimat Berlin gekommen, wo zahlreiche talentierte Designer herausragende Produkte herstellen. Diese bekommen aber am Markt häufig zu wenig Sichtbarkeit – zum Nachteil der Designer und der potenziellen Konsumenten. Das, in Verbindung mit einem gewaltigen nationalen und internationalen Marktpotenzial sowie der außergewöhnlichen Möglichkeit, eine Branche neu zu strukturieren, hat uns zur Gründung inspiriert. Monoqi, wie es heute ist, ist der erste Schritt im Rahmen einer großen Vision. In Kürze werden spannende Entwicklungen folgen!

Hat Monoqi den deutschen Markteintritt Fabs zu spüren bekommen?

Fab ist zeitgleich mit Monoqi auf dem deutschen Markt gestartet. Danach musste Bamarang – der Designableger vom Internetgiganten Rocket – aufgeben. Wahrscheinlich waren die Gemeinsamkeiten mit Fab zu groß. Monoqi konnte sich aber schnell mit einer exklusiveren Positionierung behaupten. Fabs aggressiver Markteintritt, sowie auch unser eigener Erfolg haben den Designmarkt positiv belebt. Das ist bei Investoren nicht unbemerkt geblieben und führte zu einer Reihe von Investitionen, bei uns zuletzt durch Condé Nast, dem Verlagshaus von Vogue, GQ und AD.

Was wünschst Du Dir für den Gründungsstandort Deutschland?

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Eine noch positivere und progressivere Einstellung. Ich habe über Jahre in China gelebt und war immer überrascht von dem herausragenden Bild, das die Chinesen von Deutschland haben. Wir werden für unsere Innovationskraft bewundert – und das aus gutem Grund. Gründer finden hier zum Teil exzellente Rahmenbedingungen, sogar die Investitionsbereitschaft in innovative Geschäftsfelder hat deutlich zugenommen. Kritisch finde ich nach wie vor den Fachkräftemangel, bei uns gerade im IT-Bereich. Konkret wünsche ich mir vom Gesetzgeber vereinfachte Einstellungsmöglichkeiten für qualifizierte Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern.

Welche Trends siehst Du im Internet?

Die Zukunft wird natürlich weiterhin von einer rasant voranschreitenden Entwicklung des mobilen Marktes und damit einhergehenden Verknüpfung des lokalen und virtuellen Lebens geprägt sein. Hinsichtlich des Onlinehandels sehe ich weiterhin eine starke Tendenz zur Individualisisierung und Emotionalisierung des Einkauferlebnisses. Kunden möchten – ähnlich wie in der realen Welt – durch ein selektiertes Angebot geführt werden. Große Entwicklungen wird es auch in dem bislang häufig eher manuell abgewickleten B2B-Geschäft geben. Das Internet ermöglicht hier massive Reduktion von Suchkosten und eine erhöhte Effizienz.

[Anmerkung der Redaktion: Das Interview wurde vor den aktuellen Entlassungsmeldungen bei Fab geführt.]

Bild: Monoqi