Umzug

Movingstar vermittelt Umzugsunternehmen, bietet aber auch an, beim eigenen Umzug zu helfen.

Das Umzugsstartup Movinga sorgte vor Kurzem für Aufsehen: Die Gründer verließen des Unternehmen, mehr als 150 der 500 Mitarbeiter mussten gehen. Erst im Januar hatte das Berliner Unternehmen ein Investment von 25 Millionen US-Dollar bekanntgegeben. Auch die Konkurrenz von Movago, die jetzt Move24 heißt, und Movu aus Zürich sammelten bereits Millionen ein. Einen anderen Weg geht Movingstar aus München, das bislang ohne externes Kapital auskommt.

Federico_Drago

Movingstar-Gründer Federico Drago

Das Startup hat einen Volumen-Rechner entwickelt, der vergleichbar mit dem von Movinga ist und einen Festpreis für den Umzug ausspuckt. Der Preismechanismus ist laut Movingstar-Gründer Federico Drago allerdings grundlegend anders, er beruhe nicht auf „geschätzten Erfahrungswerten“.

Stattdessen arbeite das Münchner Startup mit dem Spediteursverband Confern zusammen. Denn jeder Partner hat eigene Preise: „Ein Umzug in München kostet nicht dasselbe wie einer in Leipzig“, sagt Drago. Deshalb habe man die Preise einzelner Positionen, zum Beispiel die Demontage einer Lampe, mit Spediteuren vor Ort pauschal vereinbart und auf dieser Basis ein Berechnungsmodell entwickelt.

Welche Preise auf der Homepage abgerufen werden, hängt von der eingegebenen Postleitzahl ab. Die Buchung über Movingstar, so Drago, sei „etwas teurer“ als bei der Konkurrenz – und dauere ein paar Minuten länger. „Dafür weiß man bei uns, wen man bucht und bekommt nach der Dateneingabe einen endgültigen Preis angezeigt. Außerdem setzen wir auf Partnerschaften statt auf einengende Verträge mit den Spediteuren.“ Bislang können Kunden an 35 Standorten in Deutschland umziehen.

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Daneben deckt das Startup noch einen zweiten Bereich ab: den Umzug ohne professionelle Hilfe. Über eine Kooperation mit Sixt können Nutzer auf der Seite Transporter mieten, außerdem Umzugsboxen und studentische Helfer buchen. Die Boxen stammen ebenfalls von Drago: 2014 gründete er die Federbox GmbH, vermietete darüber Umzugskisten aus Hartplastik. Daraus wurde ein Jahr später die Movingstar GmbH. Nun ist der Verleih in sein Portal integriert.

Weder der Verband Confern noch Sixt halten Anteile an Movingstar, sie treten für die Vermittlung eine Provision an das Startup ab. Wie viel das ist, möchte Drago nicht verraten. Neben ihm und seinem Mitgründer Thomas Wiegelmann arbeiten derzeit fünf Leute fest für das Unternehmen. Zwar sieht der Gründer sein Startup als digitale Schnittstelle für den kooperierenden Umzugsverband, will über klassische Online-Marketing-Kanäle aber auch selbst neue Kunden werben.

Bild: Getty Images / Hero Images