Muun

Frederic Böert (links) und Vincent Brass gründeten Muun 2014 in Berlin

Im vergangenen Januar präsentierte sich das Matratzen-Startup Muun erstmals prominent der Öffentlichkeit. Damals hatten die Berliner Gründer Vincent Brass und Frederic Böert ihre erste Finanzierungsrunde bekanntgegeben, in der sie einen sechsstelligen Betrag einsammeln konnten. Prominente Business Angels investierten Anfang des Jahres in das Startup: Unter anderem MisterSpex-Gründer Dirk Graber, Flaconi-Gründer Björn Kolbmülller oder Peter Vinnemeier von Trivago. Auch Philipp Sachs, der Enkelsohn von Gunter Sachs, Constantin Nagel, Erbe des Münchner Modehauses Lodenfrey, sowie Alexander von Fugger, Nachfahre der legendären Kaufmannsdynastie, beteiligten sich.

Schon im Januar hatten die Gründer angekündigt, dass Muun eine weitere Finanzierung bekanntgeben werde. Diese Woche ist es nun so weit. Mehrere Millionen konnte das Startup erneut einsammeln, wie viele genau, will es nicht verraten. Beteiligt sind mehrere Altinvestoren wie Alexander Fugger, Constantin Nagel oder Philipp Sachs, aber auch die Familie des Luxusimmobilientwickler Ralf Schmitz sowie Apollo Capital. Ein Second Closing werde derzeit verhandelt, heißt es von dem Startup.

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Bislang ist Muun vor allem für seine dunkelblau-weißen Matratzen bekannt. Zudem verkauft das Startup Kissen, Decken und Spannbettlaken. Mit dem Geld will Muun weitere Produkte entwickeln und auf den Markt bringen. So sei ein Bettgestell sowie Bettwäsche in der Entwicklung. Für Weihnachten werde es außerdem eine Geschenkebox mit Schlafutensilien geben. Auch die neuen Entwicklungen sollen in den typischen Muun-Farben und dem schlichten Design gehalten werden. „Wir wollen ein Produkt und eine Marke aufbauen, die langfristig die Beziehung der Menschen zum Thema Schlaf verändert“, sagt Gründer Vincent Brass.

Brass gründete Muun 2014 gemeinsam mit seinem Studienfreund Frederic Böert in Berlin. Nach mehr als einem Jahr Entwicklungsarbeit mit einer amerikanischen Designagentur launchte Muun offiziell im September 2015. Muun bietet nur eine einzige Matratze an, um den Kunden den Kauf zu erleichtern. Diese Matratze können die Kunden jedoch flexibel anpassen, indem sie verschiedene Lagen der Matratzen umdrehen oder entfernen. Vier verschiedene Härtegrade können so genutzt werden.

Mit diesem Vier-Versionen-Konzept will sich Muun auch von den zahlreichen Konkurrenten, vorrangig Eve und Casper, absetzen. „Anders als Casper oder Eve verkaufen wir keine One-fits-all-Matratze“, sagt Brass. „Denn wir glauben nicht, dass eine Matratze mit einem Härtegrad und Liegegefühl das Richtige für alle Kunden ist.“

In den vergangenen Monaten gab es in Deutschland einen regelrechten Boom der Matratzen-Startups. Neben dem erfolgreichen US-Player Casper expandierte auch das Londoner Startup Eve nach Deutschland. Hierzulande sind neben Muun auch Emma, Bruno, Sleepz oder Smood von Home24 im Angebot. Von tradtionellen Matratzenhändler werden die neuen Startups allerdings kritisch beäugt, weil sie häufig nur ein Modell für alle Kunden anbieten. Auch Stiftung Warentest gab den Unternehmen fast durchweg schlechte Bewertungen. Dennoch steigt die Zahl der Verkäufe dieser Startups offenbar rasant. Muun verkauft nach eigenen Angaben monatlich mehrere hundert Produkte.

Bild: Muun