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Der luxemburgische Mikrokreditanbieter MyBucks könnte das nächste Fintech-Unternehmen an der Frankfurter Börse werden. Noch im zweiten Quartal will das 2011 gegründete Unternehmen den IPO wagen – unter der Voraussetzung, dass es dann ein günstiges Marktumfeld gibt. Bis zu 20 Prozent der Anteile sollen im General-Standard-Segment platziert werden. So will MyBucks bis zu 50 Millionen Euro einnehmen, die Bewertung läge bei 250 Millionen.

MyBucks vergibt vor allem Kleinstkredite an Verbraucher in Afrika. Dort ist das Unternehmen in neun Ländern aktiv, außerdem gibt es Angebote in Spanien und Polen. Seit der Gründung wurden 600.000 Kredite im Gesamtvolumen von mehr als 140 Millionen Euro vergeben, heißt es von dem Unternehmen.

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Ähnliche Geschäftsmodelle verfolgen etwa das Hamburger Startup Kreditech, Wonga aus Großbritannien sowie das finnische Unternehmen Ferratum, das im Februar 2015 ebenfalls in Frankfurt an die Börse gegangen war. Unter diversen Marken bietet MyBucks kurzfristige Darlehen und Ratenkrediten sowie Versicherungslösungen an. Die Ausfallrate der Kredite habe Ende 2015 laut MyBucks 7,4 Prozent betragen.

Mit dem IPO will das Unternehmen von Gründer und CEO Dave van Niekerk die Expansion in Europa und Afrika finanzieren. Dafür stehe man auch kurz vor der Übernahme der Opportunity-Bankengruppe, mit der drei weitere Länder zum Portfolio hinzukämen.

Im letzten Mitte 2015 abgelaufenen Geschäftsjahr hat MyBucks nach eigenen Angaben 31,3 Millionen Euro umgesetzt und einen operativen Gewinn von 11,1 Millionen Euro erzielt. Seit drei Jahren arbeite MyBucks profitabel, heißt es.

Bild: Getty Images / Ralph Orlowski