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Fabian Spielberger von Mydealz auf der Online-Marketing-Rockstars-Konferenz 2017

Das Prinzip von Mydealz ist so einfach wie erfolgreich: Auf der Social Shopping-Plattform geben sich Nutzer gegenseitig Ratschläge, wo sie Schnäppchen machen können – von einem vergünstigten Flug bis zum Angebot für Hundefutter.

Fabian Spielberger hat das Portal vor zehn Jahren gegründet. Mittlerweile beschäftigt er mehr als 175 Menschen und ist weltweit aktiv. Unter der Dachmarke Pepper tat er sich seit 2014 mit zehn ähnlichen Plattformen aus anderen Ländern zusammen – mit mehr als 25 Millionen Unique Usern und 500 Millionen Page Impressions pro Monat. Umsatzzahlen kommuniziert er nicht, im Gespräch mit Gründerszene sagt er nur: „Es läuft.“

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Geschafft habe er das ohne Marketingbudget und ohne externes Geld, erzählte er kürzlich auf der Online-Marketing-Rockstars-Konferenz in Hamburg. Wie hat das funktioniert?
Mit diesen fünf Regeln, die er auf der Bühne vorstellte:

  • „Respect the language of the plattform“: Anfangs funktionierte der Facebook-Kanal von Mydealz laut Spielberger gar nicht. Seine Mitarbeiter hätten die Nutzer dort genauso angesprochen wie auf der Webseite von Mydealz. Ein Fehler, so der CEO. Die User teilten die Inhalte kaum, auch wenn die Texte spannend gewesen seien. „Fast dachten wir, dass Facebook einfach nicht der richtige Kanal für uns ist“, so der Gründer weiter. Erst als sie angefangen hätten, eine eigene Shoppingcommunity auf Facebook aufzubauen, sei die Seite erfolgreich geworden. Sie hätten dann dort die Nutzer so angesprochen wie einen Freund, dem sie einen Einkaufstipp geben wollten – sie kommunizierten mehr.
  • „Don’t be the creepy dude“: Also der, der in einem Anzug im Club steht, obwohl dort alle lässig angezogen seien, und der dadurch irgendwie störe, sagt Spielberger. Man solle nicht ein und dieselbe Marketing-Botschaft auf allen Kanälen rausballern. Den Nutzern sei sonst klar, dass es sich nur um Werbung handele. Außerdem sei deutlich, dass man keine Ahnung von der Community habe. Man störe, wie der Typ im Anzug. Beim Influencer-Marketing solle man beispielsweise dem Influencer überlassen, wie er die Marke präsentiere. Und beim Content-Marketing den Mitarbeiter einfach machen lassen, der sich damit auskenne. Sonst würde das ein anderes Unternehmen machen und die Plattform gewinnen, so der Gründer.
  • „Test, test and test again“: Man müsse alles immer wieder ausprobieren und dürfe nicht nach dem ersten Fehlversuch aufgeben. „Gerade in den sozialen Netzwerken ändern sich die Formate ständig, es geht auf und ab“, sagt Spielberger. Sein Unternehmen habe beispielsweise von der mittlerweile eingestellten Werbeform Facebook-Offers sehr profitiert, das aber erst nach etlichen erfolglosen Versuchen.
  • „Pick your battles“: Es bringe nichts der zweite zu sein, wenn der erste die komplette Aufmerksamkeit bekomme. „Es ist so viel wichtiger, geilen Inhalt auf einer Plattform zu machen anstatt auf allen Plattformen irgendwie aktiv zu sein und so mittlemäßigen Inhalt rauszuhauen“, sagt Spielberger. Beispielsweise würde seine Firma mit 85.000 Whatsapp-Subscribern mehr erreichen als mit einer Emailliste von 500.000 Leuten. Facebook und Google seien für Firmen immer sehr wichtig.
    „Wenn das nicht läuft, holt euch externe Hilfe“, so der Gründer. Seiner Meinung nach wird der Appstore zwar von vielen für wichtig, aber dennoch oft falsch eingeschätzt: „Der ist eine eigene Community, die der Mobile First Generation.“ Damit meine er Menschen, die noch nie einen Laptop oder Desktop-Computer besessen hätten. Die Unternehmen würden derzeit besonders gewinnen, die nicht nur ihre Webseite, sondern auch ihr ganzes Geschäftsmodell darauf abgestimmt hätten.
  • „Content is king“: „Arbeitet an einem geilen Produkt, dann könnt ihr geilen Content für die großen sozialen Netzwerke herstellen“, ruft Spielberger seinen Zuhörern zu. Die bräuchten das: „Dann können sie wachsen – und ihr mit ihnen.“
Bild: Anne-Katrin Schade