MyKeys24-Gründer

Nachmacher: Jan Steinkraus und Kilian Lück erstellen digitale Schlüssel-Modelle

Manchmal bleibt der Kopf zu Hause. Man schnappt sich noch schnell Geldbeutel und Smartphone – und schon fällt die Tür ins Schloss. Doof nur, dass der Haustürschlüssel noch auf der Kommode liegt. Und jetzt? Der Schlüsseldienst hilft im Notfall vor allem kostspielig zurück hinein. Praktischer ist es da, einen Zweitschlüssel beim Nachbarn hinterlegt zu haben. Dabei wollen die Gründer von MyKeys24 helfen – allerdings nicht im klassischen Sinne.

Den Nachbar ersetzt bei MyKeys24 eine Webseite, auf der sich der Schlüssel digital abspeichern lässt. Der Nutzer fotografiert dazu Vorder- und Rückseite ab. Daraufhin wird ein digitales Modell des Schlüssels erstellt, als Press-Anleitung für die Schlüsselfräse. Es dient als Vorlage für Duplikate, mit der der Kunde Haustür-, Fahrrad- oder Rollerschlüssel nachbestellen kann.

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Bei der Bezahlung muss sich der Käufer mit seiner Kreditkarte verifizieren. Optional ist die Auslieferung gegen Vorlage eines Personalausweises. Eine weitere Möglichkeit ist die Absicherung mit der Sicherheitskarte von Schlüsseln, von der MyKeys24 bei Nachbestellung ebenfalls ein Foto oder die Kartennummer verlangt.

Für die Zukunft ist die Ausweitung des Systems auf Kioske geplant. Dort soll sich dann der Inhaber um das Ablichten des Schlüssels kümmern, wodurch der Kunde anonym bleiben kann. Außerdem soll der Dienst bald rund um die Uhr funktionieren. Dann könnte der Schlüssel etwa per Kurier oder Taxi schneller da sein: Bislang braucht die Post für die Zustellung noch zwei bis drei Tage, wie Mitgründer Kilian Lück sagt. Sein Startup plane auch, die Schlüsselproduktion einmal selbst in die Hand zu nehmen. Bis es soweit ist, arbeitet MyKeys24 mit einem traditionellen Schlüsseldienst zusammen.

Im Mai kam das Startup von Jan Steinkraus und Kilian Lück – der Name lässt es erahnen – in den vierten Batch des Berliner Scout24-Accelerators You Is Now.

Bild: MyKeys24