MyParfum Team

Das Team von MyParfum

MyParfum: Anlauf Nummer zwei

Der Berliner Parfümindividualisierer MyParfum hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 2008 von Matti und Yannis Niebelschütz sowie Patrick-André Wilhelm gegründet, schaffte das Startup insbesondere im Jahr 2012 ein rasantes Wachstum. Schnell war das Startup auf gut 60 Mitarbeiter angeschwollen – mit katastrophalen Folgen: Im März 2013 musste MyParfum in die Insolvenz gehen. Kurz darauf kauften die Niebelschütz-Brüder Teile des Unternehmens aus der Insolvenzmasse zurück.

88.000 Kunden hat MyParfum nach eigenen Angaben seit dem Start mit Düften versorgt und 3,5 Millionen Euro dabei umgesetzt. Von Investoren hat Matti Niebelschütz genug, das hat er mehrfach betont. In den vergangenen Monaten hat er mit seinem Unternehmen einen Neustart hingelegt. Nun soll MyParfum weiter wachsen. Doch Expansion kostet Geld. Das soll diesmal aber die Crowd beisteuern, heute startet die entsprechende Kampagne auf der Plattform Companisto.

Neben frischem Kapital setzt der MyParfum-Gründer dabei auf den Marketingeffekt der Schwarmfinanzierung. „Es passt zum MyParfum-Geschäftsmodell“, erklärt Niebelschütz gegenüber Gründerszene. Individualität sei ein Wert, der auch von der Crowd geteilt werde. Entsprechend erhoffe er sich auch gute Rückmeldung von den potenziellen Investoren. Schon vor dem offiziellen Crowdfunding-Start habe er bereits erste Tipps und Kontakte von Interessierten bekommen.

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Ein strategischer Investor sei insbesondere deshalb nicht in Frage gekommen, weil man sich breit aufstellen wolle. „Von einem einzigen Partner wären wir zu sehr abhängig“, erklärt Niebelschütz. Alles auf eine Karte zu setzen hatte beim ersten Anlauf von MyParfum vor knapp zwei Jahren schon einmal nicht funktioniert: Damals hatte sich das Unternehmen mit SevenVentures, dem Beteiligungsarm von ProSiebenSat.1, stark auf Fernsehwerbung und schnelles Wachstum fokussiert. Mit dem bekannten Ergebnis.

Partnerschaften On- und Offline

Die Expansion will MyParfum zukünftig neben dem eigenen Online-Angebot insbesondere durch Partnerschaften mit Parfümketten und einzelnen Parfümerien vorantreiben. In den nächsten Jahren sollen bis zu 240 Partnerfilialen MyParfum-Düfte anbieten. In ersten Geschäften arbeite man bereits an der Einbindung, so Niebelschütz. Welche genau das sind, will der Gründer nicht verraten. Auch nicht, ob es sich dabei um sogenannte Whitelabel-Lösungen handelt, die unter dem jeweiligen Namen des Partners laufen, oder ob MyParfum selbst als Anbieter auftritt.

Vorteil für die Partnerparfümerien soll laut Niebelschütz insbesondere der zusätzliche Service sein. Wer will, kann sich sein eigenes Parfüm selbst zusammenstellen, die Details werden gespeichert, es kann also nachbestellt werden. Damit sollen die Händler dem „Im Laden ansehen, im Internet kaufen“-Problem aus dem Weg gehen und die Kunden besser an sich binden können. Dabei sollen zusätzlich Veranstaltungen helfen, bei denen die Herstellung von Parfüms oder das Mischen eigener Duftnoten erlernt werden können.

Bild: MyParfum