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Die MySugr-Gründer (v. l.): Frank Westermann, Gerald Stangl, Fredrik Debong und Michael Forisch

Das österreichische Diabetes-Startup MySugr schenkt seinen knapp 50 Mitarbeitern insgesamt mehr als eine Million Euro als Loyalitätsbonus. Die Geste der Gründer kommt kurz nach der Übernahme durch den Schweizer Pharmakonzern Roche. Der Topf soll entsprechend der jeweiligen Länge der Betriebszugehörigkeit aufgeteilt werden. Laut dem Online-Portal TrendingTopics, das zuerst über die Zahlung berichtet hat, ist das ein bislang einmaliger Schritt in der Startup-Geschichte des Landes.

„Nur als Gründer geht es nicht, man braucht auch die Mitarbeiter“, sei die Botschaft, die die MySugr-Führung mit dem Bonus aussenden wolle, sagte Marketingchefin Julia Alunovic gegenüber Gründerszene. Im Interview mit TrendingTopics begründet Mitgründer Gerald Stangl den Schritt nach dem Exit an Roche so: „Der Bonus ist der Stempel unter unsere Unternehmenskultur. Wir hätten nicht schlüssig agiert, wenn wir das Team nicht auch belohnt hätten.“ Die Stimmung nach dem Bekanntgeben des Verkaufs sei „von vornherein positiv“ gewesen.

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Loyalitätsboni wie der von MySugr sind selten. Großes Aufsehen erregte im Jahr 2015 etwa der Fall des türkischen Lieferdienstes Yemeksepeti: Nach der Übernahme durch Delivery Hero belohnte CEO Nevzat Aydın seine 114 Mitarbeiter mit umgerechnet mehr als 200.000 Dollar – pro Person.

MySugr wurde 2010 von Stangl, Fredrik Debong, Frank Westermann und Michael Forisch gegründet. Die vier haben zusammen Apps für Diabetiker entwickelt, die das Management der Krankheit im Alltag erleichtern und „etwas Freude an der Therapie vermitteln“ sollen, wie die Gründer einige Monate nach dem Start im Gründerszene-Interview erklärten. Die App solle besonders simpel sein, den Therapie-Alltag vereinfachen und sich in Handhabung und Design eindeutig von gängigen Medizinprodukten abheben. Laut MySugr nutzen aktuell mehr als eine Million Diabetiker die App.

Bild: MySugr