mytaxi rabatt stuttgart

Seit vergangener Woche bietet die Taxivermittlung MyTaxi ihren Nutzern 50 Prozent Rabatt auf Fahrten, die über die App vermittelt werden. Bei Taxiverbänden hat die Aktion für massig Ärger gesorgt – sie halten den Rabatt für eine „Dumping-Attacke gegen bewährte Strukturen“, wie Michael Müller, der Vorsitzende des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands BZP, der Hamburger Morgenpost sagte.

Zumindest in Stuttgart haben Taxifahrer die MyTaxi-Aktion nun gestoppt: Die Taxi-Auto-Zentrale (TAZ), die ganz klassisch Taxifahrten per Telefon vermittelt, hat vor dem Stuttgarter Landgericht nach eigener Aussage eine einstweilige Verfügung erwirkt. „Laut Personenbeförderungsgesetz dürfen die festgelegten Taxitarife weder über- noch unterschritten werden“, begründet der TAZ-Vorstandsvorsitzende Murat Arslan den Schritt in den Stuttgarter Nachrichten. MyTaxi versuche, auf unlautere Weise Kunden zu gewinnen und die bestehenden örtlichen Taxizentralen in ganz Deutschland zu schwächen.

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Die TAZ hatte sich Ende April auch erfolgreich vor Gericht gegen den Mitfahrdienst UberPop gewehrt – der in Stuttgarter allerdings noch gar nicht gestartet war (und betont hat, dort auch nicht starten zu wollen).

Die Stuttgarter Taxizentrale hofft, dass sich nun weitere Zentralen in Deutschland anschließen. Wie Spiegel Online berichtet, sind laut Taxidachverband BZP aber bisher keine weiteren Zentralen gegen MyTaxi vorgegangen.

Das Verhältnis zwischen den Verbänden und der MyTaxi-Mutter Daimler ist seit Monaten angespannt. Der Autobauer ist ein wichtiger Partner der deutschen Taxifahrer, rund 60 Prozent der 90.000 Fahrzeuge sollen von Daimler stammen. Man sehe „die seit Jahrzehnten bewährte Partnerschaft des deutschen Taxigewerbes mit Mercedes erheblich gefährdet“, kritisierte der BZP vor wenigen Tagen die MyTaxi-Rabatte.

Mitarbeit: Henning Jauernig; NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von blu-news.org