Die beiden N26-Gründer Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf (von links)

Die beiden N26-Gründer Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf (von links)

Ein Kommentar von Heinz-Roger Dohms, Finanz-Szene.de

Erst wenige Monate ist es her, da durfte man in N26 mit guten Gründen den kommenden deutschen Banken-Champion sehen. Erstens hatte das Berliner Fintech in nur zwei Jahren mehrere hunderttausend Kunden gewonnen, war zweitens ausreichend gut gefunded und schien – drittens – auf gutem Wege, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Mit verschiedenen Partnern bietet das Startup eine Art Banking-Supermarkt an, in dem der Kunde alle notwendigen Finanzprodukte findet und N26 die Händlermarge einstreicht.

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Seitdem allerdings haben sich die Parameter deutlich verschoben. Denn nun will N26 plötzlich den US-Markt, den britischen Markt und offenbar im Vorbeigehen neben Deutschland noch 16 weitere Eurozonen-Länder erobern. Das heißt: N26 mutiert zu einem globalen Unternehmen und daraus ergeben sich mehrere Schwierigkeiten: Es wird sehr viel schwerer, das Unternehmen zu managen. Auch wird N26 sehr viel mehr Geld für Marketing in die Hand nehmen müssen. Denn so viel kostenlose Presse wie hierzulande wird es anderswo sicher nicht geben. Und vor diesem Hintergrund scheint das Unternehmen nun gar nicht mehr so gut gefunded zu sein.

Natürlich kann die Strategie aufgehen. Aber: Aus einer kalkulierbaren Wette auf einen künftigen nationalen Banken-Champion ist eine kaum zu kalkulierende Wette auf ein künftiges internationales Super-Fintech geworden. Oder anders ausgedrückt: N26 geht jetzt den Weg von Kreditech. Also den eines Venture-Capital-getriebenen Alles-oder-Nichts-Unternehmens.

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Gerade hat N26 große Expansionspläne verkündet. Im Hintergrund arbeitet das Fintech-Startup nach Gründerszene-Informationen unterdessen an einer hohen Finanzierung.

Der Text erschien heute morgen zunächst beim Branchen-Newsletter Finanz-Szene.de.

Bild: Gründerszene; Hinweis: N26 hat 2013 am Accelerator-Programm von Axel-Springer Plug and Play teilgenommen, einem Joint Venture von Axel Springer und dem Plug and Play Tech Center. Der Verlag ist auch Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier: www.vmpublishing.com.