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Neue Konkurrenz für Nachbarschafts-Netzwerke in Deutschland: Der US-amerikanische Vorreiter Nextdoor bereitet offenbar den Launch auf dem deutschen Markt vor. Darauf deuten Stellenanzeigen hin, mit denen das Unternehmen für Mitarbeiter in Berlin wirbt: zum einen für einen Presseverantwortlichen, wie Deutsche Startups entdeckt hat. Und zum anderen für weitere Mitarbeiter, die das Netzwerk in Deutschland von Grund auf aufbauen sollen. Aus den Anzeigen geht auch hervor, dass der Dienst im Jahr 2017 nach Deutschland expandieren soll. Die Unternehmenszentrale soll demnach in Berlin sein.

Leiten wird die deutsche Dependance offenbar Ex-StudiVZ-CEO Marcus Riecke, der sich allerdings noch bedeckt hält. „No comment“, mehr gab Riecke am Freitag auf Nachfrage von Gründerszene nicht preis. Wie viele Mitarbeiter insgesamt gesucht werden und welche Städte der Dienst zunächst anvisiert, bleibt deshalb noch unklar.

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Nachbarn können sich über Nextdoor miteinander vernetzen, sich kennenlernen und Informationen austauschen. Außerdem sollen öffentliche Einrichtungen sowie Polizei und Feuerwehr bei wichtigen Angelegenheiten direkt über das soziale Netzwerk mit Anwohnern kommunizieren können.

Nextdoor wurde 2011 in San Francisco gegründet, heute wird es nach eigenen Angaben von Millionen Mitgliedern in mehr als 120.000 Nachbarschaften in den USA genutzt. Insgesamt erhielt es Investments in Höhe von 200 Millionen US-Dollar, unter anderem von Greylock Partners und Bezos Expeditions, der VC-Firma von Amazon-Chef Jeff Bezos. Im vergangenen Jahr launchte Nextdoor in den Niederlanden und in Großbritannien.

Sicher ist: Anders als in den USA, wo sich Nextdoor als Marktführer etabliert hat, ist der deutsche Markt noch sehr umkämpft. Konkurrenten sind WirNachbarn, Nachbarschaft.net oder Lokalportal, die jeweils einige Tausend Nutzer verzeichnen.

Ein wichtiger Wettbewerber dürfte auch das Portal Nebenan.de werden, das vor Kurzem durch den Einstieg von namhaften Investoren wie Burda und Lakestar von sich reden machte. Das Portal ist nach eigenen Angaben in Deutschland in 120 Städten und ländlichen Regionen aktiv, rund 2.200 Nachbarschaften gibt es dort. Die Nutzerzahl liege im mittleren sechsstelligen Bereich.

Bild: Nextdoor