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Christian Vollmann von Nebenan.de (rechts) und sein Mitgründer Till Behnke

In den USA bommen sie, in Deutschland sind sie noch ein Randthema: Nachbarschafts-Netzwerke. Seit kurzem müssen die Deutschen nicht nur die nationale Konkurrenz im Auge haben, da auch internationale Anbieter den Markt im Auge haben. Das US-Startup Nextdoor zum Beispiel. Es wurde 2011 in San Francisco gegründet, hat Millionen Mitglieder und einige namhafte Investoren an Bord, darunter Benchmark Capital, Greylock Partners, Kleiner Perkins Caufield & Byers oder Tiger Global.

In Deutschland konkurriert Nextdoor unter anderem mit WirNachbarn oder Nebenan.de. Um gemeinsam eine bessere Chance im Markt zu haben, schließen sich die beiden Startups nun unter der Marke von Nebenan.de zusammen, das nach eigenen Angaben über eine halbe Million aktiver Nutzer verfügen soll. WirNachbarn.com werde in Kürze eingestellt, heißt es. Wie viel Nebenan.de für die Übernahme bezahlt hat, ist unklar. Das Unternehmen nahm jedoch zuletzt vor einem Jahr etwa fünf Millionen Euro von seinen Investoren ein, darunter der Münchner Verlag Burda und Investmentvehikel Lakestar von Starinvestor Klaus Hommels.

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Hinter dem vor zwei Jahren gestarteten Nebenan.de stehen die Gründer Christian Vollmann und Till Behnke. Beide sind erfahrene Unternehmer. Vollmann agierte zuvor als Business Angel und war bei mehreren Samwer-Firmen dabei, wie Jamba, Alando oder Edarling. Behnke gründete die Spendenplattform Betterplace.org und leitete sie mehrere Jahre als CEO. WirNachbarn wurde vor etwa vier Jahren von Philipp Götting, André Dieling und Aymon Delbridge gestartet.

„Alle bisherigen WirNachbarn-Nutzer heißen wir ganz herzlich auf Nebenan.de willkommen“, heißt es von Vollmann in der offiziellen Mitteilung zur Übernahme. „Personenbezogene Daten werden zwischen den beiden Unternehmen nicht ausgetauscht“, so Vollmann weiter. Eine Teilnahme in der jeweiligen Nebenan.de-Nachbarschaft sei freiwillig.

Wie beim US-Vorbild geht es beiden Netzwerken darum, die Kommunikation von Nachbarn zu verbessern, indem sie digital vernetzt werden. Bei Nebenan.de passiert das unter anderem durch die Rubriken Beiträge, Veranstaltungen, Gruppen oder einen Marktplatz, über die sich die Nachbarschaft online austauschen kann.

Bild: Hannah Scherkamp/Gründerszene