RocketBeans

Könnte in diesem Jahr auch gülden in eurem Büro glänzen: 2016 gewann Rocket Beans die Newcomer-Trophäe

Hallo liebste Leser, wir suchen wieder gemeinsam mit euch das Newcomer-Startup des Jahres. Damit ihr euch nicht selbst durch das Internet klicken müsst, haben wir eine Vorauswahl getroffen, aus der ihr euren Liebling wählen könnt.

Überraschend auffällig, auch für uns, gibt es unter den Nominierten viele Fintechs – wie schon im Vorjahr. Zudem befindet sich darunter kein einziger klassischer Onlineshop, wir fanden andere Branchen und Ideen einfach spannender, wie Legaltech, Big Data oder Flugtaxis.

Jetzt habt ihr die Qual der Wahl: Findet unter diesen zwölf Nominierten euren Favoriten. Euer Kreuz dürft ihr nur einmal setzen. Ob ihr eure Freunde, Kollegen oder Kunden bittet, ebenfalls für eure Nummer eins zu stimmen, ist euch aber freigestellt.

Video: Im vergangenen Jahr konnte der Internet-Sender Rocket Beans den Newcomer-Award für sich gewinnen. Unsere Kollegin Hannah überraschte das Startup dafür live in der Sendung mit der (fast) goldenen Trophäe.

Die nominierten Startups für den Newcomer-Award 2017

Cosmonauts & Kings

Jochen König und Juri Schnöller bezeichnen ihr Unternehmen als „das erste politische Tech-Startup in Berlin“: Cosmonauts & Kings hilft Parteien, Politikern und Interessensverbänden beim Targeting – dem Erreichen von Zielgruppen im Internet mit auf sie zugeschnittenen Botschaften. Dabei stützt sich das Startup auf Social-Media-Daten und die Erfahrung der Gründer im Wahlkampf-Geschäft. Wer die Kunden sind, hält Cosmonauts & Kings bislang geheim. Zum Jahresende ist die erste Finanzierungsrunde geplant.

Enmacc

In der ersten Finanzierungsrunde im Februar gab es für Enmacc aus München drei Millionen Euro. Namhafte Geldgeber wie Cherry Ventures und Berlin Ventures sowie Gründer wie Jan Becker und Felix Haas investierten. Das Startup bietet eine digitale Kommunikationsplattform für den Energiehandel, auf der in Echtzeit Strom oder Gas ge- und verkauft werden kann. Gegründet wurde es von den früheren Energiehändlern Volker Puck und Marc Trieschmann, als CEO holten sie den Industriemanager Jens Hartmann mit an Bord.

FreightHub

Freighthub ist ein Full-Service-Spediteur, der den internationalen Frachtversand digitalisieren will. Das Startup fungiert als Vermittler zwischen Kunden und Reedereien und bietet einen transparenten Preisvergleich, Kundenservice und Echtzeit-Tracking an. Gegründet wurde Freighthub von den Heilemannbrüdern Fabian und Ferry mit Sitz in Berlin.

Hackerbay

Nur wenige Monate nach seinem Start konnte das Berliner Startup Hackerbay schon Unternehmen wie Twitter, Facebook und Lyft zu seinen Kunden zählen. Diese wenden sich mit Projektideen für Apps an das Unternehmen, das mithilfe eines automatisierten Tools einen kostenfreien Produktentwurf erstellt. Entscheidet sich der Kunde für die Umsetzung der App, sucht das Startup aus seinem Netzwerk an Entwicklern und Programmierern ein passendes Team dafür zusammen.

Kontist

Kontist bietet Selbstständigen und Kleinunternehmen ein kostenloses Geschäftskonto, das via App verwaltet werden kann. Zudem will das Berliner Startup administrativen Aufwand wie die Steuer- und Abgabenberechnung um 80 Prozent reduzieren. Noch vor dem offiziellen Start sammelte das Unternehmen zwei Millionen Euro von dem dänischen VC Founders und dem Fonds Vækstfonden ein.

Lemoncat

Ob Weihnachtsfeiern, After-Work-Parties oder Messebesuche: Bei dem Berliner Startup Lemoncat können Geschäftskunden Catering online bestellen oder durch Event Manager planen lassen. Dafür erhalten sie auf einem Online-Marktplatz eine Auswahl an Anbietern aus mehreren deutschen Großstädten. Gegründet wurde Lemoncat von Doreen Huber, die vorher als COO den Lieferdienstvermittler Delivery Hero mitaufgebaut hat. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, konzentriert sie sich gezielt auf Firmenkunden und Caterings für größere Gruppen. Zehn bis 15 Prozent pro Bestellung behält die Firma für die Vermittlung ein.

Lilium Aviation

Stoff, aus dem eigentlich nur Science-Fiction-Filme sind: Daniel Wiegand, Sebastian Born, Matthias Meiner und Patrick Nathen haben das weltweit erste elektrisch angetriebene Flugzeug entwickelt, das sowohl senkrecht starten und landen als auch vorwärts fliegen kann. All das leiser und schneller als ein Auto. In diesem Frühjahr absolvierte der Jet seinen Jungfernflug, nun hat das 2015 gegründete Unternehmen Kapital für die Entwicklung einer größeren Variante geholt: Der chinesische Internetkonzern Tencent und andere Geldgeber investierten insgesamt 90 Millionen Dollar in Lilium, das seinen Sitz in Gilching bei München hat.

Nextmarkets

Das Kölner E-Learning Startup Nextmarkets will seinen Nutzern die Börse erklären. Dafür stehen über die Plattform nach eigenen Angaben 14 Börsen-Coaches mit ihrer Expertise zur Verfügung. Sehen diese zum Beispiel eine passende Gelegenheit, Aktien zu handeln, benachrichtigen sie die Nutzer per E-Mail oder SMS. „Curated Investing“ nennen die Gründer Manuel und Dominic Heyden das.

PrintPeter

PrintPeter bietet Studenten an, Skripte kostenlos für sie auszudrucken und ihnen zuzusenden. Finanziert werden soll das Ganze durch Firmen, die auf den Seiten der Uni-Dokumente Anzeigen schalten. Diese kosten laut Angabe des Berliner Startups bis zu zwei Euro pro Stück. Im Frühjahr 2016 haben die Foodexpress-Gründer Max von Waldenfels und Benjamin Pochhammer das Unternehmen gemeinsam mit den Gründern Cecil von Croÿ und Karl Bagusat gestartet.

Rightmart

Das Bremer Legaltech-Startup Rightmart prüft für seine Kunden Hartz-IV-Bescheide. „Es geht darum, Fehler zu identifizieren, beispielsweise, wenn Einkommen aus Nebenjobs falsch angerechnet wird“, erklärt COO Marco Klock. Bei fehlerhaften Bescheiden fertigt das System dann einen Widerspruch an, den ein menschlicher Bearbeiter noch einmal ergänzt und an das Jobcenter schickt. Bald wollen die vier Gründer Klock, Jan Strasmann, Philipp Harsleben und Philipp Hammerich sich auch Bafög- und Bussgeldbescheide vornehmen.

Solarisbank

Die Solarisbank ist ein Geldinstitut mit deutscher Vollbank-Lizenz, die es Unternehmen ermöglicht, eigene Finanzprodukte anzubieten. Fintech-Startups haben oft selbst keine solche Lizenz und müssen daher mit Banken zusammenarbeiten, die zum Beispiel Kundengelder lagern und Zahlungen durchführen. Oft ist die Technologie der Startups aber viel fortgeschrittener als die der regulären Banken. Die Solarisbank bietet den Fintechs moderne Lösungen. Dafür sammelte das Startup mit Sitz in Berlin im Frühjahr 26 Millionen Euro ein.

Zenjob

Zenjob vermittelt Studenten für Zeitarbeit an Unternehmen und verspricht ihnen dafür einen Stundenlohn von mindestens zehn Euro. Abgewickelt wird alles über eine App. Gegründet wurde das Berliner Startup unter anderem von Fritz Trott. Der Ex-Rocket arbeitete zuvor etwa für das Samwer-Unternehmen Foodpanda, als Büroleiter im EU-Parlament und gründete eine NGO und den Radiosender Welle21.


Anmerkung: Die Abstimmung endet am 20. September 2017 um 23:59 Uhr. Für die Nominierungen zum Newcomer-Preis kamen nur Unternehmen in Frage, die 2016 mit ihrem Produkt gestartet sind oder in dem Jahr erstmalig von sich reden machten. Das Gründungsdatum spielte nur eine untergeordnete Rolle.

Bild: Hannah Scherkamp / Gründerszene