Nokia Here

Ehemaliges Gate5 – Konkurrenz für Google Now?

Verstärkung für die Berliner Entwickler von Nokias Kartendienst Here: Der Mobil-Gigant übernimmt das US-Startup Medio Systems, das in Echtzeit große Datenmengen auswertet. Damit soll das Nokia-Kartenangebot intelligenter werden und genauere Vorhersagen über die Situation und das wahrscheinliche Verhalten der Nutzer machen können, erklärte Here-Chef Michael Halbherr der Berliner Morgenpost.

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Was er meint: Restaurantempfehlungen passend zu Ort und Tageszeit oder aktualisierte Wegbeschreibungen. Demnach dürfte sich Here nicht zuletzt gegen Googles Now positionieren, das auf vielen Android-Geräten bereits standardmäßig installiert ist und entsprechende Funktionen bietet. Da Nokia seine Mobilsparte an Microsoft verkauft hat, besteht eine geeignete Plattform. Here solle zu einem digitalen Concierge weiterentwickelt werden, verriet Halbherr der Zeitung.

Zudem ließe sich aus der zweiten genannten Funktion ableiten, dass Nokia mit Here auch verstärkt bei Automobilherstellern punkten will. Sogar Karten-Systeme für selbstfahrende Autos wären denkbar – damit scheint Nokias Zukauf auch eine Reaktion auf Googles Vorstoß in diesem Segment zu sein.

Wie viel Nokia für den Datenauswerter bezahlt hat, wollte Halbherr nicht verraten. Ursprünglich entstanden ist Nokias Here übrigens aus Gate5, das der bekannte Gründer und Business Angel Christophe Maire 2006 an Nokia verkauft hatte. Auch das von Amen-Macher Felix Petersen an Nokia verkaufte Places ist in Here aufgegangen. Rund 700 Mitarbeiter beschäftigt die Kartentochter derzeit in Berlin, weltweit sind es 6.000.

Bild: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Dave Dugdale