NSA-US-Datenverkehr

NSA überwacht 75 Prozent des Datenverkehrs in den USA

Die Spähaffäre um den US-Auslandsgeheimdienst NSA weitet sich aus. Bislang hatte die Regierung um Präsident Barack Obama beteuert, die NSA überwache nur die Kommunikation von Ausländern und sammle dabei vor allem Metadaten. Das Wall Street Journal berichtet nun, dass die NSA im großen Maßstab den Datenverkehr innerhalb der USA abschöpft und bisweilen auch den Inhalt von E-Mail-Kommunikation zwischen US-Bürgern speichert. Auch digitale Telefongespräche seien betroffen.

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Die NSA soll demnach über die technischen Möglichkeiten verfügen, ganze 75 Prozent des gesamten US-Internetverkehrs überwachen zu können. Das hätten mehrere Gesprächspartner aus Sicherheitskreisen dem Blatt bestätigt. Zugriff auf die Daten erhält die NSA demnach an mehreren Internetknoten im ganzen Land, zudem leisten die meisten Telekommunikationskonzerne Hilfestellung bei der Überwachung.

Bekannt war nach den bisherigen Enthüllungen über das NSA-Spähprogramm, dass der Geheimdienst Unterseekabel anzapft und an Knotenpunkten an der Küste – zum Beispiel in einer AT&T-Zentrale in San Francisco – auf Glasfaserleitungen zugreift. Laut dem WSJ-Bericht ist NSA-Überwachungstechnik aber auch an mehr als einem Dutzend Knotenpunkten in wichtigen Ballungsräumen innerhalb der Vereinigten Staaten installiert. Dafür arbeitet die NSA mit Telekomfirmen zusammen. Für jede Kooperation mit einem Telefonanbieter hat die NSA – in der ihr eigenen Kreativität – einen eigenen Codenamen vergeben: Blarney, Fairview, Oakstar, Lithium und Stormbrew.

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