Moderator Etienne Bell zu Besuch bei einem seltsamen Startup-Wesen in der Factory in Berlin

Es ist nicht so leicht. Wen will man mit Startup-News erreichen? Das breite Fernsehpublikum? Oder doch lieber eine spitze Zielgruppe aus der Branche? Diesen Spagat versucht der TV-Sender n-tv mit seiner neuen Nachrichtensendung zum Thema Startups. Jeden Freitag um 10.10 Uhr – oder jederzeit in der Mediathek abrufbar.

Zu Beginn wird ein Epizentrum der Berliner Szene vorgestellt. In der Factory wird gezeigt, dass Büros heute nicht mehr wie Büros aussehen müssen. Eher wie ein Szene-Café. Außerdem wird das Prinzip Coworking-Space vorgestellt. Ist es nicht nervig, wenn man mit anderen Leuten so dicht an einem Schreibtisch zusammen sitzt, fragt Moderator Etienne Bell neugierig einen arglosen Gründer. Der findet das aber eher hilfreich.

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Immer ganz viel arbeiten

Dann geht es weiter zum Startup Merisier. Ein Online-Shop für „exklusive Geschenkpakete“. Wir lernen: Auch Mitgründerin Anna ist es wichtig, mit anderen Leuten zusammen zu arbeiten. Und Urlaub gibt es eher wenig für junge Gründer. Die müssen nämlich dauernd arbeiten. „Urlaub? Ganz schwierig!“, sagt Anna.

Dann folgt etwas Statistik: Nur 13 Prozent der Gründer sind weiblich. Und das Durchschnittsalter eines Gründers beträgt 35 Jahre. Zweidrittel aller Jungunternehmen scheitern. Und deshalb folgt jetzt der Teil mit den praktischen Tipps am Beispiel der Mode-App Amaze. Worauf muss man achten, wenn man erfolgreich sein will:

  1. Es braucht eine Idee.
  2. Dann folgt das Konzept. „Was nicht reinpasst, fliegt raus“, heißt es.
  3. Wettbewerb anschauen.
  4. Investoren suchen.
  5. Team aufbauen.

Viel Stoff für sechs Minuten

Gar nicht so schwierig offenbar. Dann erklärt uns Investor Christian Miele noch, worauf er achtet: „Ich glaube, dass ein sehr starkes Team aus einer mittelmäßigen Idee eine wirklich große Firma aufbauen kann.“

Das war viel Stoff für knapp sechs Minuten. Vielleicht etwas zu viel. So bleiben die Startup-News an der Oberfläche und werden es schwer haben, überhaupt ein Publikum zu finden. Für die Branche gibt es wenig Neuigkeiten. Für die breite Masse wird es nicht unbedingt klarer, was es mit diesen Startups eigentlich auf sich hat. Schade. Aber vielleicht wird das noch.

Bild: Screenshot / N-TV