FRANCE-ECONOMY-INNOVATION-IT-NUMA

Blick ins Pariser Numa-Büro

In Frankreich ist Numa eine Institution: 2000 als Digitalverein in Paris unter dem Namen „Silicon Sentier“ gegründet (im Viertel rund um die Rue de Sentier siedelten sich damals viele Internetfirmen an), rollte das Projekt über die Jahre nicht nur den ersten Accelerator des Landes aus, sondern auch Coworking-Spaces und Netzwerk-Events. So wurde der Verein zur ersten Adresse Frankreichs, wenn es um die Themen Innovation und Digitalisierung geht. 

Seit 2014 nennt man sich Numa, ein Akronym aus „numerique“, also „digital“, und „humain“, was „menschlich“ bedeutet. Seit 2015 wird profitorientiert gearbeitet – und ambitioniert: In wenigen Jahren ist Numa auf 120 Mitarbeiter angewachsen, hat 280 Startups durch seinen Accelerator geschleust und ist in fünf weitere globale Tech-Metropolen expandiert – nach Moskau, ins indische Bangalore, nach Casablanca in Marokko, Barcelona und Mexiko-Stadt. 2019 will man in 15 Ländern präsent sein.

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Jetzt geht es erst einmal in zwei weitere Städte: nach New York und nach Berlin. Der Launch in der deutschen Hauptstadt ist nach Gründerszene-Informationen für Anfang April geplant, dann sollen erste Pilotprojekte ausgerollt werden. Wie in anderen Städten auch läuft die Expansion nach Berlin über eine Partnerschaft: Hier ist es ein Joint Venture mit dem 2016 entstandenen Corporate Startup Lab von Darius Moeini, das dafür unter die Numa-Marke schlüpft.

Zum Start werden in Berlin zwei Programme angeboten:

  • Zum einen eine „Landing Zone“ für ausländische Startups, die nach Deutschland expandieren wollen und dafür Hilfestellung in administrativen Fragen oder bei der Kontaktaufnahme in die Startupszene und zu etablierten Unternehmen brauchen. Dies soll in Kooperation mit dem German Tech Entrepreneurship Center geschehen.
  • Zum anderen ein Open-Innovation-Programm, bei dem Corporates Digitalisierungstrainings und -beratung bekommen können. Einer der ersten Corporate-Kunden ist das französische Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco, größter Anbieter von Shopping Malls in Europa. Hierfür wird mit der Unternehmensberatung Roland Berger zusammengearbeitet, die dafür ihren Digital Hub Spielfeld zur Verfügung stellt.

Weitere Programme sollen in den kommenden Monaten aufgesetzt werden. Auch ein eigenes Team werde erst schrittweise aufgebaut, so Darius Moeini zu Gründerszene. Auch die Frage, wo in der Stadt Numa seinen Sitz haben wird, ist demnach noch nicht entschieden. 

Bild: Getty Images / AFP