Drei Farben zur Auswahl – der Pilot von Waverly Labs soll die Sprachbarriere beseitigen.

Künstliche Intelligenz und Spracherkennung – klingt ja alles ganz schön. Aber was fangen wir denn jetzt damit an? Das Startup Waverly Labs hat eine Antwort gefunden und arbeitet mit Hochdruck an einer Welt ohne Sprachbarrieren. Das ist groß gedacht. Keine Frage. Man wundert sich trotzdem einmal mehr, dass vorher niemand auf diese Idee gekommen ist. Wenn man mal ganz kurz den Universalübersetzer aus Star Trek und den Babelfisch aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ beiseite lässt.

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Die Idee, dass sich Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen, trotzdem verstehen und unterhalten können, ist so alt wie die Menschheit. Der Turmbau zu Babel? Klingelt da etwas? Jetzt scheinen wir technisch an einem Punkt zu sein, an dem Träume wie dieser in der Wirklichkeit umgesetzt werden können. Die Macher von Waverly Labs behaupten jedenfalls, dass ihr kleiner Ohrstöpsel mit dem schönen Namen „The Pilot“ derzeit vier Sprachen flüssig übersetzen kann. Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch. Genauer gesagt: Der Stöpsel flüstert die Übersetzung ins Ohr. Die Rechenarbeit erledigt eine App auf dem Smartphone.

Das Gespräch der Zukunft soll dann ungefähr so aussehen:

Bis jetzt haben automatische Übersetzer keinen guten Ruf. Dabei ist der Dienst von Google ziemlich schnell und verlässlich. Hier zum Beispiel ein Zitat aus „Per Anhalter durch die Galaxis“, das er einigermaßen passabel ins Englische übersetzt hat:

„Viele kamen allmählich zu der Überzeugung, einen großen Fehler gemacht zu haben, als sie von den Bäumen heruntergekommen waren. Und einige sagten, schon die Bäume seien ein Holzweg gewesen, die Ozeane hätte man niemals verlassen dürfen.“

„Many were increasingly of the opinion that they’d made a big mistake when they were come down from the trees. And some said that even the trees had been a bad, the oceans one should never have left.“

Ok. Für eine Einladung zum Kaffee sollte die neue Technik schon reichen. Aber Waverly Labs plant natürlich mehr. Wir wollen ja schließlich hören, was unser Gegenüber gesagt hat. Und nicht lesen. Damit eine Unterhaltung funktioniert, sollte das Ganze ziemlich schnell passieren. Sonst kann es zu Unannehmlichkeiten kommen wie bei einer schlechten Telefonverbindung mit zeitlicher Verzögerung. Damit die Verständigung klappt, brauchen allerdings beide Gesprächspartner einen Ohrstöpsel.

Waverly-Labs-Gründer Andrew Ochoa erzählt gerne, wie er auf die Idee zu seinem Produkt gekommen ist. Ein Date mit einer Französin sei wegen Verständigungsschwierigkeiten nicht so gelaufen, wie er sich das vorgestellt hatte. Eine schöne Anekdote. Auch wenn sie nicht stimmen sollte. Die Pilots werden jedenfalls zunächst per Crowdfunding angeboten. Zwei Ohrstöpsel kosten zum Start 129 US-Dollar. Der finale Verkaufspreis soll dann 299 US-Dollar betragen.

Foto: Waverly Labs