Oliver Samwer auf der Noah.

Der Rocket-Chef Oliver Samwer wiederholt sein Mantra: Ja, an die Börse zu gehen, das war die richtige Entscheidung. „Viele Dinge, von denen, die wir heute tun, wären sonst nicht möglich gewesen“, erzählt er auf der Internet-Konferenz Noah in Berlin an diesem Mittwoch.

Dabei gibt Samwer eine Menge PR-Floskeln von sich: Er findet, durch den Rocket-IPO könne er das deutsche Ökosystem der Tech-Szene viel besser unterstützen und durch die Erfahrungen bereichern.

Auf die aktuelle Situation am Kapitalmarkt angesprochen, wehrt der CEO ab: „In 18 Monaten an der Börse ist unser Aktienkurs 50 Prozent nach oben und 50 Prozent nach unten geschwankt. Für uns ist das okay“, sagt er. Und: „Den Aktienpreis schaue ich mir bloß alle zwei Wochen mal an, wenn mir langweilig ist und ich in einer Schlange anstehen muss.“

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Es ist beinahe nachvollziehbar, dass Oliver Samwer keine Lust mehr hat, die immer gleichen Fragen zu Rocket zu beantworten. Seine Verweigerungshaltung aber wird kaum für mehr Verständnis in der Öffentlichkeit und unter seinen Investoren sorgen. Den Rocket-CEO schert das natürlich wenig. Die Presse-Artikel lese er nicht und bei Investoren konzentriere er sich auf diejenigen, die für die nächsten zwei bis fünf Jahre an einer Zusammenarbeit mit ihm interessiert seien. „Ich habe also ein ziemlich gutes Leben“, lautet sein Resümee.

Weiter bestärkt Samwer den neuen Pfad, den Rocket eingeschlagen hat – weg vom Inkubator, hin zum Investor. Dieses Jahr habe man vier Startups aufgebaut, während bereits über 20 Investments in andere Firmen geleistet worden seien. Dabei nennt er namhafte Venture-Capital-Geber wie Index, Sequoia und Lakestar als Kooperationspartner.

Samwer bezeichnet sich neuerdings als „Life Cycle Investor“, damit unterscheide er sich auch von anderen VCs, argumentiert er auf der Bühne. Mit dem neuen 740-Millionen-Fonds „Rocket Internet Capital Partners“ habe man die Möglichkeit, von frühen Phasen bis hin zu großen Tickets zu investieren, ohne, dass man Dritte ins Boot holen müsse. Praktisch: So muss er niemanden in einer anstrengenden Kommunikation überzeugen.

Bild: Gründerszene