Will die langfristige Absicherung der Familie sicherstellen: Rocket-Boss Oliver Samwer

Er vergleicht sich so gerne mit altem deutschen Unternehmertum, zitiert am liebsten „Schrauben Würth“ als eines der großen Vorbilder. Nun folgt Oliver Samwer traditionellen Unternehmern wie Aldi-Gründer Theo Albrecht oder dem ehemaligen Bertelsmann-Boss Reinhard Mohn – zumindest in einem Punkt. Samwer, der gemeinsam mit seinen Brüdern Marc und Alexander noch 38,1 Prozent an Rocket Internet hält, überträgt seine Anteile auf die „Oliver Samwer Familienstiftung“, wie es in einer überaus knappen Pressemitteilung der Berliner Firmenschmiede heißt.

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Daraus, was er mit der Transaktion erreichen will, macht der 43-Jährige, der verheiratet ist und drei Kinder hat, keinen Hehl: Die Stiftung habe insbesondere den Zweck, „die Beteiligung an dem Unternehmen Rocket Internet SE zu halten. Dadurch soll die Eigenständigkeit des Unternehmens über lange Zeit gesichert werden“. Will heißen: Niemand wird so einfach Rocket Internet übernehmen können, während die Erben Ausschüttungen erhalten. Denn die Stiftung diene ebenfalls „der langfristigen Absicherung der Familie von Oliver Samwer“, heißt es weiter auf der Webseite.

Wie die Stiftungen vieler anderer Familienunternehmen soll auch die Samwer’sche Stiftung zudem für ein positives Unternehmerbild sorgen: So unterstütze sie Projekte, „in denen Kinder aus benachteiligten Familien gefördert werden“. Der Schwerpunkt liege dabei im Bereich „der Ausbildung und der Deckung elementarer Bedürfnisse“, erklärt die Stiftung.

Ein Steuersparmodell sei eine Familienstiftung derweil nicht, wie ein Wirtschaftsberater gegenüber dem Handelsblatt erklärt. Das betont auch Rocket Internet in seiner Kurzmitteilung überaus deutlich. Zwar handele es sich bei der Samwer-Stiftung laut Unternehmensangaben um ein Konstrukt „liechtensteinischen Rechts“. Da der Hauptsitz aber in München ist, würden die Erträge der Stiftung grundsätzlich in Deutschland versteuert, so der KPMG-Experte weiter.

Übrigens: Wie aus der Impressums-Seite der Samwer-Stiftung prominent hervorgeht, wurde der Webauftritt der Oliver Samwer Familienstiftung mit dem Homepage-Baukasten von Jimdo erstellt. Damit bleibt Samwer sich selbst treu: Die Brüder hatten sich sehr früh beim Hamburger Startup engagiert und die Beteiligung kurz vor dem Börsengang bei Rocket Internet eingebracht.

Bild: Gründerszene / Christina Kyriasoglou