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One-Gründer Samir El-Alami

Ein paar Mal hat er sich bereits in der Öffentlichkeit gezeigt, gelegentlich fiel der Name seines Startups. Doch es war vor allem der Plan von Samir El-Alami, der Aufmerksamkeit erregte: Eine neue Versicherung wolle er aufbauen – „hundert Prozent reguliert, hundert Prozent digital“, verkündete der ehemalige Kreditech-Manager auf mehreren Fintech-Veranstaltungen in den vergangenen Monaten.

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Der Gründer präsentierte mit One eine Unternehmensidee, für die schon zum Start Rücklagen in Millionenhöhe nötig sind. Sonst bekommt man als Startup keine Versicherungslizenz. Aus dem Nichts muss das Unternehmen Technik aufbauen, schwierige rechtliche Fragen klären und eine vertrauenswürdige Marke etablieren, um am Markt zu bestehen.

Wer steckt hinter One?

Schnell wurde nach den ersten Auftritten von Samir El-Alami deswegen die Frage laut, wer wirklich hinter dem Startup steckt. Erste Zeichen deuteten auf ein gutfinanziertes Berliner Startup hin.

Nun lüftet Wefox – ehemals Financefox – den Vorgang: Das bekannte Insurtech-Startup aus Berlin hat sich mit den zwei Machern von One zusammengetan. Neben Samir El-Alami gehört Stephan Ommerborn, langjähriger Manager der Zurich-Versicherung, zum Gründungsteam. Gemeinsam mit Wefox haben sie in den vergangenen Monaten an One gearbeitet.

Auf der Konferenz Money2020, am Nachmittag, will der Wefox-Gründer Julian Teicke den Zusammenschluss mit One offiziell verkünden.

Eigene Lizenz für schnellere Innovationen

Zum Start im September wird das Startup eine Haftpflicht- und Hausratversicherung anbieten. „Ein Chatbot stellt einige Fragen und der Kunde bekommt daraufhin ein Angebot“, erklärt Teicke im Gespräch mit Gründerszene. Innerhalb von drei Minuten soll der Nutzer versichert sein. Alle Schadensmeldungen funktionieren in der App.

Im Vergleich zu anderen Insurtech-Startups wie beispielsweise Haftpflichthelden besitzt One eine Versicherungslizenz und wird damit auch das Versicherungsrisiko tragen. Bisherige digitale Angebote greifen dafür oft noch auf etablierte Partner zurück. Diesen Weg wollte One bewusst nicht gehen. „Wenn ich selber nicht das Risiko trage, muss ich immer mit einem dritten Unternehmen Verträge haben – und diese anpassen, wenn ich etwas verändern will“, sagt Teicke. Eigenständig könne One „viel schnellere Innovationszyklen“ realisieren. Schon bald sollen auch weitere Versicherungsprodukte folgen.

Zum Start stehen für das Unternehmen etwa zehn Millionen Euro bereit, diese stammen aus der 28-Millionen-Finanzierungsrunde von Wefox im vergangenen Jahr. Insgesamt zehn Mitarbeiter werkeln aktuell an One.

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Neue Phase der Insurtech-Startups beginnt

Es ist eine neue Phase der Insurtech-Szene. Erst vor wenigen Tagen hat das deutsche Startup Ottonova eine Versicherungslizenz erhalten, zum Start haben Investoren bereits 40 Millionen Euro in die neue privaten Krankenversicherung gesteckt, die Bewertung liegt bei 100 Millionen. Auch das Finleap-Venture Element beantragt gerade eine Lizenz. 

Eines der Vorbilder für One ist sicherlich das gehypte Lemonade aus den USA. Mit vielen technischen Neuerung und dem bekannten Wirtschaftspsychologen Dan Ariely hat das Startup für Aufmerksamkeit gesorgt. Die deutsche Versicherung Allianz ist bei Lemonade bereits eingestiegen. Für den neuen Player One liegt die Messlatte entsprechend hoch.

Wie One genau funktioniert und welche großen Pläne die Macher verfolgen, erzählt Julian Teicke im Interview:

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Bild: One