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Die Anfänge: Das OnePlus-Team im Winter 2013 mit den Gründern Pete Lau (links, sitzend), Carl Pei (rechts, sitzend) und dem Motto: Never Settle

Techies lieben das Smartphone von OnePlus. Das chinesische Startup hat ein Gerät gebaut, das günstig ist und es dennoch mit den Gegenspielern von Apple, Samsung und Google aufnehmen kann. Eigentlich – so dachten die Gründer Pete Lau und Carl Pei – würden sie ein paar tausend Stück ihres OnePlus One weltweit verkaufen. Dann kam der Launch im April 2014 und der Ansturm war überwältigend. Seitdem hat das Startup 1,5 Millionen Smartphones des ersten Modells abgesetzt, das zwischen 250 und 300 Euro kostet. Morgen früh soll der Öffentlichkeit der Nachfolger präsentiert werden.

Update, 28.07.2015: Nach der Präsentation – lest hier, wie das OnePlus 2 ankommt

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Kommt OnePlus nach Berlin?

Das sind allerdings nicht die einzigen Neuigkeiten um das Startup, das massiv expandiert und seit der Gründung im Winter 2013 von 20 auf jetzt 900 Mitarbeiter angewachsen ist. OnePlus sucht einen Standort für sein europäisches Headquarter; Berlin ist in der engeren Auswahl. Mitarbeiter des Startups haben sich in der deutschen Hauptstadt bereits umgesehen – doch auch Dublin ist noch im Rennen. Seine Basis hat OnePlus nach wie vor in der südchinesischen Industriemetroplole Shenzhen bei Hongkong. Für die Berliner Szene wäre die Entscheidung, tatsächlich nach Berlin zu gehen, ein Gewinn. Was genau aber in einem deutschen Büro gemacht werden würde, ist noch nicht bekannt. Gegenüber Gründerszene erklärt Ling Lin, Chief of Staff bei OnePlus, die Entscheidung zum Standort solle voraussichtlich Ende des Jahres fallen. Man tendiere zunächst dazu, einen geeigneten Co-Working-Space zu finden und mittelfristig eine feste Infrastruktur zu etablieren. Momentan fokussiere man sich darauf, einen passenden General Manager für Europa einzustellen. Solch internationale Büros sind noch etwas, das OnePlus so schnell nicht hatte kommen sehen. Doch mittlerweile vertreiben Lau und Pei das OnePlus One in 35 Ländern. Zwar setzt das Startup im Vertrieb nach wie vor fast ausschließlich auf E-Commerce, doch durch das Interesse an dem Smartphone in so vielen Ländern der Welt werden Repräsentanzen immer wichtiger. Gerade in Südostasien und Indien, wo die E-Commerce-Infrastruktur noch nicht so stark sei, benötige man Lösungen, erzählt Eric Zarshenas, neuer Europa-Sprecher von OnePlus, bei seinem Besuch in Berlin. „Wir mussten uns der Realität der Märkte anpassen.“ Also habe man zunächst Büros im indischen Bangalore und in Singapur eröffnet.  In südostasiatischen Ländern wie Malaysia oder Indonesien arbeite OnePlus außerdem mit lokalen Vertrieblern zusammen, so Zarshenas, denn: „Die Penetrationsrate im E-Commerce ist einfach noch gering und physische Kanäle funktionieren in diesen Regionen bisher entsprechend besser.“ Außerdem hat das Startup noch eine Niederlassung in Taipeh.

Wachstumsschmerzen und „so, so viele Möglichkeiten“

Neben den Erfolgen bringt die rapide Expansion Wachstumsschmerzen mit sich. Die Integration der neuen Mitarbeiter zum Beispiel. Oder, dass das Team noch sehr jung ist – das Durchschnittsalter liegt bei 26 Jahren. Aber auch die Dynamik: „Es stehen so, so viele Möglichkeiten offen“, meint Zarshenas. „Man muss sich immer wieder auf das konzentrieren, was gerade wirklich am wichtigsten ist.“ Denn nach nur eineinhalb Jahren – Hype hin oder her –  ist noch gar nichts sicher. Mitgründer Carl Pei sagte zum Guardian: „Wir sorgen uns noch darum, ob wir überleben werden oder nicht… Wenn wir 100 Millionen Nutzer haben, dann wird sich, glaube ich, das Blatt wenden und wir können damit beginnen, auf unsere Weise zu verhandeln und zu gestalten. Doch an diesem Punkt ist das voreilig – als Startup muss man sich darauf konzentrieren, was man in diesem Jahr schaffen kann.“

  We’ll see you tomorrow at the #OnePlus2 launch. “What if we disappoint our fans?” – Carl, Head of Global   Ein von OnePlus (@oneplustech) gepostetes Foto am

Das soll nun sicherlich ein reibungloserer Vertrieb des OnePlus 2 sein, bei dessen Entwicklung es Anfang des Jahres bereits Verzögerungen wegen Prozessor-Problemen gegeben hatte. Zwar ist auch das neue Modell so wie schon das OnePlus One zunächst nur mit Einladungscode zu haben, allerdings sollen die Codes nun leichter zu bekommen sein. Bei dem Vorgängermodell sah das Startup sich aufgrund der hohen Nachfrage dazu gezwungen, die Geräte begrenzt durch Einladungscodes zu verkaufen, da viel zu wenig Smartphones vorproduziert waren. Das System für das OnePlus One wurde erst diesen April aufgehoben.

Lest auf der nächsten Seite: Welche Investoren hinter OnePlus stecken, verrät das Startup nicht

Bild: OnePlus

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